Hier können Sie die aktuelle Ausgabe von »Waldbröl und Umgebung«
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Der im Auftrag der Stadtwerke Waldbröl erstellte Animationsfilm informiert über die Gründe für die notwendige Kanaldichtigkeitsprüfung.
Bei Rückfragen Ihnen steht das Wasserwerk gerne per E-Mail zur Verfügung:
stadtwerke(a)waldbroel.de
Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sind in unserer modernen Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit. In Deutschland verbraucht jeder Einwohner im Durchschnitt 125 Liter Wasser pro Tag. Zum Beispiel für Körperpflege, Waschen, Kochen und Putzen, welches dann als Abwasser im Abfluss verschwindet. Die Ableitung kann entweder im Trennsystem erfolgen, wobei Regenwasser und Schmutzwasser in separaten Leitungen abgeleitet werden, oder im Mischsystem, über eine gemeinsame Leitung.
Das Abwasser wird über die Kanäle gesammelt und den Kläranlagen zugeführt. Sind die Kanäle schadhaft, so kann das Abwasser austreten und den umgebenden Boden verunreinigen. Dies nennt man Exfiltration.
Wenn das Grundstück im Einzugsgebiet des Grundwasserleiters liegt, kann dadurch auch die Trinkwassergewinnung beeinträchtigt werden. Bei hohen Grundwasserständen kann durch den Schaden aber auch Grundwasser in die Abwasserleitung eintreten. Dies nennt man Defiltration.
Durch fehlerhaft angeschlossene Leitungen sowie Drainage-Anschlüsse gelangen zusätzlich unerwünschte Wassermengen in die Kanalisation. Dieses sogenannte Fremdwasser wird dann zusätzlich zum regulären Abwasserabfluss in die Kläranlage eingeleitet. Dies verschlechtert die Qualität der Abwasserreinigung. Für die Abwasserentsorgung ergibt sich daraus ein erheblicher Mehraufwand bei den Bau- und Betriebskosten für größere Kläranlagen und Kanalnetze sowie ein höherer Energieaufwand. Dies wirkt sich wiederum auf die Abwassergebühren aus.
Es liegt daher im Interesse des Anschlussnehmers, dass möglichst wenig Fremdwasser in die öffentliche Kanalisation gelangt.
Wenn allerdings nur die öffentlichen Kanäle saniert werden, so verlagert sich das Problem lediglich auf die Grundstücksentwässerungsleitungen. Die erheblichen Sanierungs-Investitionen sind nutzlos, wenn nicht öffentliche und
private Kanäle und Leitungen gleichermaßen saniert werden. Die Zuständigkeit für die ordnungsgemäße und umweltgerechte Entsorgung des Abwassers liegt aber nicht nur bei der öffentlichen Hand. Laut Gesetzgebung ist jeder einzelne Grundstückseigentümer der Betreiber - und damit auch verantwortlich für den ordnungsgemäßen Bau, Betrieb und Unterhalt seiner privaten Entwässerungsanlage. Diese besteht aus den Hausanschlussleitungen, also den Leitungen, die zum Teil unterhalb der Bodenplatte des Hauses verlaufen und der Grundstücksanschlussleitung. Diese verbindet die Hausanschlussleitung mit dem öffentlichen Kanal. Für die Hausanschlussleitung ist der Grundstückeigentümer zuständig.
Im Bereich der Grundstücksgrenze ist im privaten Bereich für jedes System ein Übergabeschacht erforderlich. Aber unabhängig von den gesetzlichen Vorgaben gibt es für den Grundstückseigentümer gute Gründe, dafür zu sorgen, dass seine Entwässerungsanlagen störungsfrei funktionieren.
Durch Undichtigkeiten wird beispielsweise der Einwuchs von Wurzeln begünstigt. Es entstehen also Abflusshindernisse. Unter dem Rohr kann es durch die Einspülungen im Bereich der Undichtigkeiten zu einer Hohlraumbildung
kommen, die zu Setzungen und im schlimmsten Fall auch zum Einsturz führen kann. Es besteht außerdem die Gefahr, dass eingespülte Bodenpartikel feste Ablagerungen in den Leitungen verursachen. Dadurch kann es zum Rückstau bis in den Keller kommen. Im schlimmsten Fall bis zur Straßenoberkante, der sogenannten Rückstaugegend. Damit so etwas nicht passiert, müssen öffentliche und private Leitungen regelmäßig kontrolliert und falls erforderlich saniert werden. Wenn Schäden frühzeitig erkannt werden, können größere Schäden und damit auch Kosten vermieden werden. So kann der Grundstückseigentümer den Wert seiner Entwässerungsanlage erhalten.
Eine Möglichkeit zur Überprüfung der Grundstücksentwässerungsanlage ist die Inspektion mit einer Videokamera. Da Abwasserableitungen zur Grundstücksentwässerung kleine Durchmesser, viele Krümmer und Abzweige haben und
häufig schlecht zugänglich sind, kommen hier besonders kleine Spezialkameras zum Einsatz. Bei der Kamerabefahrung werden Filme aufgezeichnet, aus denen ein Fachmann den Zustand des Kanals erkennen kann. Zusätzlich wird eine Dokumentation erstellt, in welcher die optisch erkennbaren Schäden vermerkt werden. Diese Dokumentation dient auch als Grundlage für eine eventuelle Sanierungsplanung. Anhand von Schadenskriterien kann ein Sachkundiger Undichtigkeiten der Leitungen erkennen.
Der Zustand der privaten Anschlussleitungen kann auch bereits Hinweise auf den Zustand der Leitungen unter der Bodenplatte geben. Sind hier schon starke Schäden erkennbar, kann eventuell auf die aufwändigen Untersuchungen unter der Bodenplatte verzichtet werden. Selbst wenn bei der Kamerabefahrung keine Schäden erkannt wurden, heißt das nicht, dass der Kanal wirklich dicht ist. Daher ist eine Dichtheitsprüfung mit Wasser oder Luft erforderlich.
Neben den Wasser- und Luftdruckprüfungen wird die TV-Inspektion in bestimmten Fällen als ausreichend angesehen. Neu verlegte Abwasserleitungen oder Wasserleitungen die wesentlich verändert wurden, sind grundsätzlich auf Dichtheit zu überprüfen. Bei der Dichtheitsprüfung mit Wasser werden einzelne Leitungsabschnitte einer Wasserverlustprüfung unterzogen. Dazu werden sie separat mit Wasserabsperrelementen verschlossen und mit Wasser befüllt.. Jede Leitung muss dann einen vorgeschriebenen Füllstand eine bestimmte Zeit lang halten. Gemessen wird also, wieviel Wasser im Leitungssystem verschwindet. Unterschreitet diese Wassermenge einen bestimmten Wert, gilt die Dichtheitsprüfung
als Bestanden und es wird eine Bescheinigung ausgestellt. Es sind dann keine weiteren Maßnahmen mehr erforderlich. Achten Sie darauf, dass die Inspektion und Dichtheitsprüfung nur von Sachkundigen durchgeführt
werden, die sich nach den Richtlinien des Landes zertifiziert haben.
Wurde die Dichtheitsprüfung nicht bestanden oder wurden bei der Inspektion bereits Schäden erkannt, muss dieser Schaden beseitigt, das heißt saniert werden. Die Sanierung ist Sache des Grundstückeigentümers und muss von ihm organisiert und finanziert werden. Dabei steht der Grundstückseigentümer vor der Frage, welches Sanierungsverfahren am besten geeignet und wirtschaftlich am günstigsten ist.
Eine Möglichkeit der Sanierung ist die Erneuerung der defekten Leitung in offener Bauweise. Je nach Art der Schäden sowie der Zugänglichkeit der Leitungen sind auch eine Vielzahl unterschiedlicher grabenloser Sanierungsverfahren möglich. Zur Sanierung einzelner, örtlich begrenzter Schäden wird das Kurzliner-Verfahren eingesetzt. Dazu wird eine harzgetränke Matte um einen aufblasbaren Schlauchpacker gewickelt, an die Schadstelle gebracht und dort an die Rohrwandung gepresst. Durch die Aushärtung entsteht eine dichte, mit dem Rohr fest verklebte Innenschale. Beim Schlauchlining wird in die schadhafte Leitung ein flexibler Schlauch eingezogen Dieser Schlauch ist mit einem auslaufenden Harz getränkt und wird von innen an die Rohrwandung gepresst. Dieses Verfahren kann auch bei beengen Platzverhältnissen aus dem Keller heraus angewendet werden. Der Zeitbedarf für die Sanierung beträgt lediglich einen Tag.
Bei der Verfahrensauswahl sind sehr viele Aspekte zu berücksichtigen. Daher ist bei der Wahl eines geeigneten Sanierungsverfahrens eine fachliche Beratung unbedingt notwendig. Man sollte ein Verfahren wählen, das die gesamte Leitung langfristig abdichtet. Dabei ist auch zu überlegen, ob die Leitung unter der Grundplatte durch abgehängte Leitungen unter der Kellerdecke ersetzt werden können. Das hat den Vorteil, dass diese Leitungen nie mehr auf Dichtheit überprüft werden müssen, da sie im Kellerbereich einer ständigen Kontrolle unterliegen.
Ein dichtes Kanalsystem aus öffentlichen und privaten Leitungen liegt auch im Interesse des Grundstückseigentümers.
Schützen Sie Ihre Umwelt. Erhalten Sie die Funktionsfähigkeit Ihrer Leitungen.
Betrachten Sie die Grundstücksentwässerung als zu erhaltenden Vermögenswert.
Kontrollieren Sie Ihre Leitungen.
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