Immer einen Besuch wert: Alle 14 Tage donnerstags ist in Waldbröl Vieh- und Krammarkt.
Da ist für jeden etwas dabei!
Wiedenhof bedeutet „Weihtum"-Hof und meint das landwirtschaftliche Gut, das im Mittelalter den Pfarrer unterhielt. 1131 wird Waldbröl erstmals urkundlich erwähnt, die mittelalterliche Gemeinde nutzte den Wiedenhofbach als Taufwasser und den Schotter der Brölterrasse als Begräbnisplatz.
Talauf liegt der Wiedenhof-Weiher, der letzte Weiher von ehemals vielen im Stadtgebiet, umgeben von sonst hier seltenen Rotbuchen. Am Weiher erkennt man die Reste einer Freilichtbühne, sogar der „Wilhelm Tell" ist 1935 hier aufgeführt worden. Die Dr.h.c. Schumacher-Straße (der Lehrer erhielt die Ehrendoktorwürde in Bonn für seine pflanzenkundlichen Arbeiten in Oberberg) führt zur Wiedenhofstraße, erbaut als Zufahrt zur „Mauer" mit aufwändigen Bruchsteinmauern.
Nächster Stop ist die Bronzebüste von Friedrich Wilhelm III, preußischer König zur Zeit der Befreiungskriege und Gatte der populären Königin Louise. Das Denkmal erinnert an den 50. Jahrestag der Rede „An mein Volk" vom 17. März 1813. (Am 10. März, Louises Geburtstag, war der Orden „Eisernes Kreuz" gestiftet worden, ein Motiv der Waldbröler Kriegsgedenkstätten.) Das Denkmal steht zum Dank für eine Spende der preußischen Krone zum Neubau der klassizistischen Hallenkirche von 1843. (Noch am 18. Januar 1813 war Paul von Bettenhagen als Aufständischer hinter der Kirche hingerichtet worden.) Von der romanischen Kirche steht nur noch der Wehrturm aus Grauwacke. Das Westportal ist mit Trachyt aus dem Siebengebirge gefasst, dem Baumaterial des Kölner Doms. Die Kapitelle zeigen Weinblatt und Eichenblatt, ähnlich denen in Nümbrecht und Morsbach. An der Südseite des Turms ist die Grabplatte des Ritters Adolf Quad angebracht, Drost zu Windeck, durch Heirat 1466 Herr auf Isengarten, gestorben 1509. An der Nordseite des Turms ist der Hang zur Bröl hin künstlich steiler gemacht. (Mittelalterliche Wehranlage) Hier gibt es auch noch einige alte Grabsteine.
Wir gehen weiter zum früheren Inselplatz. Seit März 2003 steht das Denkmal für Wilhelm von Zuccalmaglio, die 40 Jahre alte „Borries-Stele", auf dem Platz, der zum 200. Geburtstag ihm zu Ehren umbenannt wurde. Das katholische Pfarrhaus von 1855 ist ein gutes Beispiel des „Bergischen Barock". In einer Nische über der Tür steht der Gute Hirte in Anlehnung an Johannes 10,11-16: „Und es wird eine Herde und ein Hirt werden."
Über eine Treppe erreicht man die Kaiserstraße. Im Schaufenster der Adler-Apotheke von 1808 ist in der Weihnachtszeit eine große Krippe dekoriert. Die Klostergasse erinnert an die „Armen Franziskanerinnen" aus Olpe, die ab 1910 in Waldbröl tätig waren. 1915 bezogen die Nonnen ein Kloster an der Stelle, wo heute das Dechant-Wolter-Seniorenheim steht.
Über die Bergstraße erreichen wir die evangelische Kirche und von dort den Ausgangspunkt des Spaziergangs. Besichtigung: Der Turm der evangelischen Kirche ist seit 2003 ganztägig geöffnet. Eine Besichtigung der Kirche kann im evangelischen Gemeindebüro unter Tel. (02291) 92140 vereinbart werden. |
(Zu entleihen in der Stadtbücherei)
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