Antrittsrede von Bürgermeister Peter Koester

Gehalten bei der Amtseinführung am 25.06.2008 im Festsaal des Kreiskrankenhauses Waldbröl

Meine sehr verehrten Damen und Herren, sehr geehrte Gäste! Ich freue mich sehr, dass Sie der Einladung zu meiner heutigen Amtseinführung gefolgt sind.

Vor etwas mehr als 2 Wochen hat die Bevölkerung von Waldbröl ihren Bürgermeister gewählt. Der 8.6. war ein schöner Sonntag, an dem nachmittags im Gebiet von Waldbröl auch einige Gewitter niedergingen. Dennoch hat dies die Bevölkerung nicht abgehalten, mit einer aus meiner Sicht hohen Wahlbeteiligung, ihre Stimme abzugeben. Sie hat mich zu ihrem Bürgermeister für die nächsten sechs Jahre gewählt. Für das mir entgegengebrachte Vertrauen möchte ich mich heute an diesem Abend bei allen bedanken.

Der Wahlsieg war für mich eine Mischung aus harter Arbeit, Überzeugungskraft, Freude, dem Willen an keiner Stelle aufzugeben und dem immer wieder kehrenden Bestreben, die Menschen zu erreichen, sei es zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Motorrad oder dem Auto! Ich habe viele Menschen kennengelernt, die mir in sehr angenehmer, offener Art und Weise begegnet sind. Diejenigen, die am 08.06. eine andere Wahl getroffen haben, hoffe ich durch meine Arbeit in den nächsten Jahren überzeugen zu können.

Mein Dank gilt an dieser Stelle den vielen Helfern, ohne deren Unterstützung dieser Erfolg sicher nicht möglich gewesen wäre. Bedanken möchte ich mich auch bei den Mitbewerbern für den fairen Wahlkampf, sei es bei Begegnungen auf der Straße oder auch bei gemeinsamen Veranstaltungen. Ein ganz besonderer Dank gilt meiner Familie und meinen Freunden, die mich im Hintergrund nach Kräften unterstützt haben.

Das hohe Wahlergebnis ist für mich Ehre und Verpflichtung zugleich!

Geht es doch darum, die Zukunft der schönen Stadt Waldbröl und der liebenswerten Aussenorte in den nächsten Jahren weiter zu gestalten. Das Motto heißt: Agieren statt reagieren! Um es auf den Punkt zu bringen: Die Welt wartet nicht auf Waldbröl, sondern Waldbröl braucht die Welt! Daher gilt es Vernetzungen auf und mit allen Ebenen auszubauen und neue zu schaffen! Stillstand bedeutet Rückstand!

Die wesentlichen Ziele der nächsten Jahre, die wir gemeinsam anpacken müssen, müsste ich, da sie doch allen bekannt sind, nicht mehr im Einzelnen aufführen. Wenn ich es nachfolgend dennoch tue, liegt der Grund darin, dass ich ihnen auch eine Art Leitbildkultur zuspreche. Es geht um

  • die Verbesserung der verkehrlichen Infrastruktur mit einer Anbindung an das überörtliche Straßennetz
  • den Zukunftsorientierter Energie- und Ressourceneinsatz sowie Klimaschutz
  • die Stärkung Waldbröls als Mittelzentrum und Einkaufsstadt
  • die Verbesserung des Wirtschaftsstandortes und der Bedingungen für den Mittelstand
  • die Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen mit der heimischen Wirtschaft
  • eine moderne und effiziente Stadtverwaltung
  • ein bedarfsgerechtes Angebot für Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen
  • die Erhaltung des differenzierten Bildungs- und Schulangebotes
  • die Stärkung der Stadt Waldbröl und der Außenorte als Heimat für Jung und Alt

Viele und wichtige Dinge hängen aber auch von den einer Stadt zur Verfügung stehenden finanziellen Möglichkeiten ab! Denn alles hängt auch hier wieder mit allem zusammen! Deshalb müssen weiter alle Anstrengungen unternommen werden, die dazu führen, dass der städtische Haushalt wieder ausgeglichen gestaltet werden kann. Nur finanzielle kommunale Handlungsfreiheit sichert dauerhaft die im interkommunalen Wettbewerb notwendige Attraktivität als Wohn- und Wirtschaftsstandort!

Waldbröl hat, und da bin ich mir ganz sicher, in den nächsten Jahren gute Chancen:

Ich denke da zu allererst an den geplanten Ausbau des Boxbergkreisels. Dass diese Entlastung der Innenstadt und die schnelle Verteilerwirkung des Verkehrs an dieser Stelle der Stadt  absolut notwendig ist, darin sind wir uns alle einig. Bis zur Fertigstellung des Kreisels müssen wir aber noch durchhalten und durch geeignete kleinere ausgetüftelte Lösungen Abhilfe schaffen!

Ein wesentlicher Standortfaktor ist die Anbindung an das überörtliche Straßennetz. Dass die Versäumnisse der Vergangenheit heute für Waldbröl so negativ zu Buche schlagen, hätte bei der seinerzeitigen ablehnenden Entscheidung zur B256N sicher keiner gedacht. Es gilt aber jetzt den Blick nach vorne zu richten. Gemeinsam mit den Akteuren auf Kreis-, Landes- und Bundesebene möchte ich den Prozess zur Anbindung Waldbröls an das überörtliche Straßennetz voranbringen.

Viele Dinge sind in Waldbröl auf einem guten Weg! Eine moderne Stadt zeichnet sich auch aus durch gute Einkaufsmöglichleiten und ein Klima des Wohlfühlens beim Verweilen. Hier können wir für die Zukunft weitere Akzente setzen. Denn durch die Sanierung des Merkurhausbereiches haben wir wahrlich eine fast historische Chance! Lassen Sie uns hier auch gemeinsame Überlegungen anstellen, was Waldbröl an dieser Stelle braucht. Ein breiter Meinungsbildungsprozess ist wichtig und ich möchte, auch dem Investor gegenüber zum Ausdruck bringen, was sich Waldbröl hier vorstellt.

Waldbröl ist auf eine starke Wirtschaft angewiesen. Wir können mit Recht darauf stolz sein, dass in und um Waldbröl herum ein gesunder Mittelstand Ausbildungs- und Arbeitsplätze schafft. Ich möchte die Verbindung zur Wirtschaft stärken und im gemeinsamen Dialog mit allen Akteuren feststellen, wie wir gemeinsam Waldbröl weiter nach vorne bringen können.

Für die Menschen in Waldbröl möchte ich mit allen an guten und finanzierbaren Angeboten zur Kinderbetreuung, an attraktiven Wohn- und Freizeitbedingungen, an der Verstärkung der Jugend- und Seniorenarbeit arbeiten. Gerade unsere Jugend braucht eine maßgeschneiderte Unterstützung. Die Einbindung der Jugend in die Entscheidungsprozesse durch die Bildung eines Jugendbeirates halte ich für sehr wichtig. Was nützen die besten Entscheidungen, wenn sie das Herz und den Bedarf der Jugend nicht treffen. Das gilt gleichwohl für unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger. Diese möchte ich auf dem Weg in die Zukunft ebenfalls einbeziehen und ihre Meinung und Ansichten in den Entscheidungen mit berücksichtigen. Ich verspreche mir durch die Einrichtung eines Seniorenbeirates eine Steigerung der schon erfolgreich praktizierten Seniorenarbeit.

In Waldbröl gibt es viele gute Initiativen und Einrichtungen für alle Altersgruppen, durch Vereine, Kirchen und andere Institutionen. Diese positiven Kräfte möchte ich gerne unterstützen und wo es geht, auch gemeinsame Anliegen fördern!

Ganz wichtig für Waldbröl auf dem Weg in die Zukunft ist eine Stadtentwicklungsplanung, die ich intensiv unter Aufbietung aller zur Verfügung stehenden Möglichkeiten angehen werde. Denn wir müssen uns baldmöglichst entscheiden, wie der Weg Waldbröls zukünftig aussehen soll.

Die Versuchung, verehrte Gäste, den Bogen über noch mehr kommunalpolitische Themen zu spannen, ist groß, ich will ihr aber widerstehen.

Gleichwohl gehören noch ein paar Themen angesprochen, die Waldbröl schon heute stark machen:

  • das hervorragende Schul- und Bildungsangebot
  • das hohe ehrenamtliche Engagement
  • das überaus große kulturelle Angebot