„Lizenz zum Erziehen“ - Landrat Hagen Jobi verlieh Zertifikate an Tagesmütter

„Lizenz zum Erziehen“ - Landrat Hagen Jobi verlieh Zertifikate an Tagesmütter
„Lizenz zum Erziehen“ - Landrat Hagen Jobi verlieh Zertifikate an Tagesmütter

Sie haben oft eigene Kinder und Kinder als Tageskinder. Sie haben für die „Lizenz zum Erziehen“ ein Jahr lang an 40 Abend bzw. Wochenendterminen eine Qualifizierung zur Tagesmutter gemeinsam mit siebzehn Absolventinnen aus dem gesamten Kreisgebiet hinter sich gebracht und ein Kolloquium bestanden. Am 19.02.2008 überreichte Ihnen nun der Landrat des Oberbergischen Kreises Hagen Jobi das Zertifikat „Qualifizierte Tagespflegeperson“ des Bundesverbandes für Kindertagespflege e.V. im Haus der Familie Wipperfürth.

Angeboten wurde die berufliche Qualifizierung zur Tagespflege von der Katholischen Familienbildungsstätte Haus der Familie in Wipperfürth. Kinder aus anderen Familien im eigenen Haushalt zu versorgen und zu erziehen, ist eine anspruchsvolle pädagogische Aufgabe. Für Tageseltern ist daher eine Qualifizierung erforderlich - zum Wohl der Kinder, die einen Teil des Tages außerhalb der eigenen Familie verbringen und ein gutes, stabiles Betreuungsverhältnis brauchen. Pädagogische Qualifizierung ist für Tagesmütter und Tagesväter aber auch ein Schritt zur öffentlichen Anerkennung ihrer Erziehungsarbeit - und ein Beitrag zur persönlichen Weiterbildung.

Das Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG) fordert seit kurzer Zeit die kontinuierliche Qualifizierung als Grundlage für die Betreuung der Kinder. Jede Tagesmutter, die in ihrem Haushalt ein oder mehrere Kinder mehr als 15 Stunden wöchentlich und für länger als drei Monate gegen Bezahlung betreut, muss beim Jugendamt eine Pflegeerlaubnis beantragen. Voraussetzung für die Erteilung der Pflegeerlaubnis ist die Eignung, für die unter anderem ein Qualifikationsnachweis erbracht werden muss.

2007 wurden durch das Haus der Familie in 5 Basisqualifizierungen insgesamt 67 Tagesmütter fortgebildet. Davon haben sich wiederum 17 entschieden, die Lizenz des Bundesverbandes für Kindertagespflege e.V. in einem weiteren Aufbaukurs anzustreben.

Den Tageseltern war es in der Ausbildung wichtig zu lernen, dass „Tagesmutter“ ein Beruf ist und nicht eine Sache, die man so nebenher machen kann. Viele Eltern, die ihr Kind einer Tagesmutter übergeben, schauen sich die Tagesmütter und ihre Familie ganz genau an. „Da ist es von Vorteil, wenn die wissen, dass die Tagesmutter sich mit pädagogischen und auch rechtlichen Fragen ernsthaft auseinander gesetzt hat“, meint Thomas Dörmbach, der Leiter der Familienbildungsstätte. In der Ausbildung standen nicht nur pädagogische und juristische Fragen, sondern auch das Nachdenken über die Rolle einer Tagesmutter, die kindliche Entwicklung, die gesunde Ernährung im Kleinkindalter, Spielraumgestaltung, der Umgang mit Medien und die Kommunikation mit Kindern und Eltern an.

Vor allem der Bedarf, der sich aus der geforderten Flexibilisierung der Arbeitszeiten ergibt, führt zu einer gestiegenen Nachfrage. Die institutionell abgedeckten Kinderbetreuungszeiten in Kindertagesstätten reichen in vielen Fällen nicht aus. Am Wochenende oder abends kommen dann verstärkt Tagesmütter zum Einsatz, die flexibel und an den Familienbedarf angepasst die Kinderbetreuung übernehmen. Daher ist die Vernetzung von Qualifizierung, Vermittlung, Beratung und Praxisbegleitung entscheidend für die Qualität der Arbeit. Die enge Zusammenarbeit mit dem Tagesmütternetz im Oberbergischen Kreis e.V. gewährleistet für Tageseltern wie für Eltern, die für ihr Kind eine Betreuungsmöglichkeit suchen, diese praxisnahe Verzahnung. Die nächsten Qualifizierungskurse für Tageseltern sind bereits geplant und beginnen am 03.03.08 in Gummersbach und am 31.03. in Waldbröl.

Weitere Informationen im Haus der Familie Wipperfürth unter ' 02267/8502 oder info(a)hdf-wipperfuerth.de und im Internet unter www.hdf-wipperfuerth.de