Waldbröler Freundeskreis Asyl erhält Freiwilligen-Förderpreis des Oberbergischen Kreises

Der Freundeskreis Asyl Waldbröl gehört zu den Preisträgern des Freiwilligen Förderpreises, den der Oberbergische Kreis in diesem Jahr für ehrenamtliches Engagement im Bereich Integration ausgeschrieben hat. Die Bewerbung der Waldbröler Initiative für den Preis war vom Diakonischen Werk des Evangelischen Kirchenkreises An der Agger unterstützt worden. Stellvertretend für die etwa Mitglieder nahmen Dr. Gerd Leuchtmann und Monika Henkel am 4. November den mit 750 Euro dotierten zweiten Preis aus der Hand von Landrat Hagen Jobi entgegen. „Jenseits von Geld und Macht wird unsere vom ehrenamtlichem Engagement von Bürgern für Mitbürger am Leben erhalten“, so Landrat Hagen Jobi. Jenseits von Religionen und politischen Gesellschaftsformen gehe es dabei um Nächstenliebe. Waldbröls Bürgermeister Peter Koester freute sich über die Anerkennung für die Arbeit „seiner“ Waldbröler und gratulierte den Preisträgern persönlich.

Meriem Shabunuoglu,  Hanna Wacker  Margrit Brüser, Gerd Leuchtmann, Monika Henkel und Peter Koester (Bürgermeister)
Meriem Shabunuoglu, Hanna Wacker Margrit Brüser, Gerd Leuchtmann, Monika Henkel und Peter Koester (Bürgermeister)

Der Freundeskreis Asyl, der eng mit evangelischen Kirchengemeinde Waldbröl verbunden ist und seit seiner Gründung bewusst mit den Sozialarbeitern der Stadt Waldbröl zusammenarbeitet, leistet seit 1993 Einzelfallhilfe für Asylsuchende - unabhängig von deren Herkunft und Religion. Zu den Aktivitäten gehören Begleitung bei Behördengängen und Gericht, persönliche Unterstützung und Betreuung in vielfältigen Krisensituationen, gemeinsame Ausflüge und Feste und eine Weihnachtsfeier, die dazu beitragen soll, Asylsuchende in die Kultur Deutschlands einzuführen. Inzwischen gehören auch ehemalige Asylsuchende, die nach ihrer Anerkennung in Oberberg eine neue Heimat gefunden haben, zu der von Günther († 2007)und Hanna Wacker ins Leben gerufenen Initiative. Die Jury verstehe den Förderpreis auch als  posthume Anerkennung für Günther Wacker, der mit seinem Wirken „ein herausragendes Bespiel“ gesetzt habe, so Hagen Jobi.

Der mit 1500 Euro dotierte erste Preis ging an Ahmet Durgut, der für sein zweiundzwanzigjähriges Engagement zur Überwindung von Vorurteilen und dem Aufbau von Vertrauen in Jugendarbeit und Vereinen ausgezeichnet wurde. Dabei arbeitet der türkischstämmige Bergneustädter, der die Jugendabteilung der Bergneustädter Moschee gründete, eng mit der Kirche und Schulen zusammen.

Den dritten Preis erhielt der Wiehler Chor „Nostalgie“, dessen Mitglieder russlanddeutsche Neubürger sind, die mit der Teilnahme an städtischen, kirchlichen und kulturellen Veranstaltungen zur sozialen und kulturellen Integration beitragen.

Erstmals wurde auch der Sonderpreis des Integrationsbeauftragten des Oberbergischen Kreises verliehen. Er ging an den Deutsch-Türkischen Freundeskreis Bergneustadt. Die erst kürzlich entstandene Initiative wolle zeigen, so Landrat Hagen Jobi„dass Menschen mit Kopftüchern und Rosenkranz auch tolerant sein können.