
Bereits Anfang der 90er Jahre wurde durch Untersuchungen des Landesumweltamtes ermittelt, dass es sich bei der rötlich gefärbten Schlackenabdeckung der Fußwege der Grünanlage Talstraße/ Brölstraße um das so genannte Kieselrot aus Marsberg handelt.
Dieses Kieselrot (auch Marsberger Kupferschlacke) ist ein Produktionsrückstand der Kupfergewinnung aus den Jahren 1938 bis 1945 und wurde als Schlackematerial vielerorts für den Sportplatz- und Wegeaufbau verwendet. Der gravierende Nachteil dieses Materials kam erst Anfang der 80er Jahre zutage: Es war stark Dioxin-haltig. Dioxine sind teilweise hochgiftige, kanzerogen wirkende Stoffe, die Gefahren für Mensch und Umwelt bedeuten.
Das Dioxin des Kieselrots ist jedoch in der Schlacke gebunden und wirkt auf den Menschen nur bei direkter Aufnahme toxisch. Aus diesem Grunde wurden die Wege direkt nach dem Bekannt werden mit einem Geotextil und einer Splittabdeckung gesichert. Dennoch wurde seitens des Landes NRW festgelegt, das Material aus der Umwelt zu entfernen. Hierzu wurden umfangreiche Fördergelder bereitgestellt, mit deren Hilfe insbesondere Sportplätze saniert werden konnten.
Die Sanierung der Fußwege wird Anfang Januar 2010 beginnen und in Abhängigkeit von der Witterung ca. 2 Wochen andauern. Das Kieselrot wird durch Aushub entfernt. Eine Deponierung ist aufgrund einer EU-Verordnung nicht mehr möglich, sodass es in einem Hochtemperaturofen thermisch behandelt werden muss. Dort werden die Dioxine zerstört. Anschließend kann die Schlacke problemlos in Baumaßnahmen wiederverwendet oder deponiert werden.