Sie haben oft eigene Kinder und Kinder als Tageskinder. Sie haben für die „Lizenz zum Erziehen“ ein Jahr lang an 40 Abend- bzw. Wochenendterminen eine Qualifizierung zur Tagesmutter gemeinsam mit 10 Absolventinnen aus dem gesamten Kreisgebiet hinter sich gebracht und ein Kolloquium bestanden.
Am 16.03.2009 überreicht Ihnen nun um 19.30 Uhr der Bürgermeister der Stadt Waldbröl, Peter Koester das Zertifikat „Qualifizierte Tagespflegeperson“ des Bundesverbandes für Kindertagespflege e.V. im Bürgerhaus der Stadt Waldbröl, Kaiserstraße 82.
Angeboten wurde die berufliche Qualifizierung zur Tagespflege von der Katholischen Familienbildungsstätte Haus der Familie in Wipperfürth. Kinder aus anderen Familien im eigenen Haushalt zu versorgen und zu erziehen, ist eine anspruchsvolle pädagogische Aufgabe. Für Tageseltern ist daher eine Qualifizierung erforderlich - zum Wohl der Kinder, die einen Teil des Tages außerhalb der eigenen Familie verbringen und ein gutes, stabiles Betreuungsverhältnis brauchen. Pädagogische Qualifizierung ist für Tagesmütter und Tagesväter aber auch ein Schritt zur öffentlichen Anerkennung ihrer Erziehungsarbeit - und ein Beitrag zur persönlichen Weiterbildung.
Das Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG) fordert seit kurzer Zeit die kontinuierliche Qualifizierung als Grundlage für die Betreuung der Kinder. Jede Tagesmutter, die in ihrem Haushalt ein oder mehrere Kinder mehr als 15 Stunden wöchentlich und für länger als drei Monate gegen Bezahlung betreut, muss beim Jugendamt eine Pflegeerlaubnis beantragen. Voraussetzung für die Erteilung der Pflegeerlaubnis ist die Eignung, für die unter anderem ein Qualifikationsnachweis erbracht werden muss.
2008 wurden durch das Haus der Familie in 6 Basisqualifizierungen kreisweit insgesamt 71 Tagesmütter und 3 Tagesväter fortgebildet. Davon haben sich wiederum 10 Teilnehmerinnen entschieden, die Lizenz des Bundesverbandes für Kindertagespflege e.V. in einem weiteren Aufbaukurs in Waldbröl anzustreben und zu erlangen. Insgesamt wurden kreisweit bisher 181 Tagesmütter und Tagesväter ausgebildet, davon haben 47 die Bundesverbandslizenz erworben.
Den Tageseltern war es in der Ausbildung wichtig zu lernen, dass „Tagesmutter“ ein Beruf ist und nicht eine Sache, die man so nebenher machen kann. Viele Eltern, die ihr Kind einer Tagesmutter übergeben, schauen sich die Tagesmütter und ihre Familie ganz genau an. „Da ist es von Vorteil, wenn die wissen, dass die Tagesmutter sich mit pädagogischen und auch rechtlichen Fragen ernsthaft auseinander gesetzt hat“, meint Thomas Dörmbach, der Leiter der Familienbildungsstätte. In der Ausbildung standen nicht nur pädagogische und juristische Fragen, sondern auch das Nachdenken über die Rolle einer Tagesmutter, die kindliche Entwicklung, die gesunde Ernährung im Kleinkindalter, Spielraumgestaltung, der Umgang mit Medien und die Kommunikation mit Kindern und Eltern an.
Vor allem der Bedarf, der sich aus der geforderten Flexibilisierung der Arbeitszeiten ergibt, führt zu einer gestiegenen Nachfrage. Die institutionell abgedeckten Kinderbetreuungszeiten in Kindertagesstätten reichen in vielen Fällen nicht aus. Am Wochenende oder abends kommen dann verstärkt Tagesmütter zum Einsatz, die flexibel und an den Familienbedarf angepasst die Kinderbetreuung übernehmen. Daher ist die Vernetzung von Qualifizierung, Vermittlung, Beratung und Praxisbegleitung entscheidend für die Qualität der Arbeit. Die enge Zusammenarbeit mit dem Tagesmütternetz im Oberbergischen Kreis e.V. gewährleistet für Tageseltern wie für Eltern, die für ihr Kind eine Betreuungsmöglichkeit suchen, diese praxisnahe Verzahnung. Derzeit laufen neue Qualifizierungskurse für Tageseltern in Gummersbach und Waldbröl, für das 2. Halbjahr 2009 sind weitere Kurse in Planung.
Weitere Informationen im Haus der Familie Wipperfürth unter ' 02267/8502 oder info(a)hdf-wipperfuerth.de und im Internet unter www.hdf-wipperfuerth.de