Neues Kommunales Finanzmanagement in Waldbröl eingeführt

Anja Hasenbach, NKF-Beauftragte der Kämmerei, Rolf Petri, Kämmerer der Stadt Waldbröl und Bürgermeister Peter Koester

Mit dem Jahreswechsel hat sich nunmehr auch die Stadt Waldbröl von ihrem kameralen Rechnungswesen verabschiedet. Der Haushaltsplan alter Art gehört der Vergangenheit an. Während der Haushalt früher eine  Einnahme- und Ausgabenrechnung war, stehen heute produktbezogene Aufwendungen und Erträge im Vordergrund. Zusätzlich wird eine Bilanz erstellt, die Einblicke in die Vermögens- und Schuldensituation ermöglicht. Eine mehr als zweijährige Vorarbeit findet jetzt mit dem Praxiseinsatz seinen Abschluss. Die sehr aufwändige und zeitraubende Vermögensaufnahme und –bewertung hat ihren Niederschlag in der vorläufigen Eröffnungsbilanz gefunden.

„Es hat sich bestätigt, dass  die frühzeitig getroffene Entscheidung, erst zum letztmöglichen Zeitpunkt auf das Neue Kommunale Finanzmanagement umzustellen, richtig war“, so Kämmerer Rolf Petri. So floss z.B. das in 2008 gestiegene Gewerbesteueraufkommen in die Berechnung der Ausgleichsrücklage ein und beeinflusst so positiv die Möglichkeit zum Ausgleich von Haushaltsdefiziten. Kinderkrankheiten des neuen Systems konnten vermieden und von Fehlern und Erfahrungen anderer Kommunen gelernt und profitiert werden

Natürlich gibt es und muss es auch Anfangsschwierigkeiten geben. Neben der verpflichtenden Einführung einer neuen umfassenden online-banking Software, eines neuen Veranlagungsprogramms muss der Umgang mit den neuen Rechnungswesenprogrammen und den Tücken der doppelten Buchführung erlernt und geübt werden. Durch den Umstieg der Gesamtverwaltung auf einen Schlag zum Stichtag 01.01.2009 sind alle Fachbereiche mehr oder minder betroffen.

Für die städtischen Werke ist der Einstieg in das neue Rechnungssystem für das Jahr 2010 geplant. Hier sind noch eine Reihe von Vorbereitungen zu treffen.

Die Stadt Waldbröl wird bemüht sein, dass ihre Kreditoren  (Lieferanten) und Debitoren, also die Kunden beziehungsweise Bürger von den internen Umstellungen nichts bemerken. Sollten in dem einen oder anderen Fall jedoch Probleme auftauchen, so mögen sich die Betroffenen melden, damit Fehler sofort abgestellt bzw. aufgeklärt werden können, so die Bitte von Bürgermeister Peter Koester und Kämmerer Rolf Petri.

Ein großes Lob erhielt die Kämmerei und Kasse bereits von den das neue System einrichtenden SAP-Beratern, nämlich, dass vorbildliche Arbeit geleistet wurde, die nur  durch die Bereitschaft vieler Kollegen aus den unterschiedlichen Fachbereichen zu Mehrarbeit möglich war. „Was von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den letzten zwei Jahren geleistet wurde, ist große Anerkennung wert, gab es doch nicht selten für den einen oder anderen eine 6-Tage-Woche“, so der Bürgermeister.

Für die Ratsmitglieder bedeutet NKF ebenfalls eine Neuorientierung. Auf der einen Seite mehr Informationen, auf der anderen Seite die veränderte Sichtweise der Zielorientierung und weniger die Frage nach bereitgestellten Mitteln. Das Interesse und die Bereitschaft mit den nunmehr bestehenden neuen Möglichkeiten zu arbeiten ist bei allen Ratsvertretern vorhanden, die sich in zwei halbtägigen Wochenendveranstaltungen einer entsprechenden Fortbildung unterzogen.