Dampflok "Waldbröl" erreicht wieder die Stadt

Wie hier in Remperg-Mühlenau begrüßten allerorten Bürger den Zug (Foto: Ulrich Clees)
Wie hier in Remperg-Mühlenau begrüßten allerorten Bürger den Zug (Foto: Ulrich Clees)
Streckenfreigabe durch Uwe Wintersohl, Rottenwart der Wiehltalbahn, und Daniel Preis, technischer Betriebsleiter der Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH (Foto Ulrich Clees)
Streckenfreigabe durch Uwe Wintersohl, Rottenwart der Wiehltalbahn, und Daniel Preis, technischer Betriebsleiter der Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH (Foto Ulrich Clees)
Festakt in Waldbröl: Oliver Wollf, Bürgermeister Koester, stv. Landrat Prof. Dr. Wilke und Gerhard Mansel (v.l.) (Foto: Markus Pleuger)
Festakt in Waldbröl: Oliver Wollf, Bürgermeister Koester, stv. Landrat Prof. Dr. Wilke und Gerhard Mansel (v.l.) (Foto: Markus Pleuger)
Viel los auf dem Waldbröler Bahnhof nach Einfahrt des Eröffnungszugs. (Foto: Wolfgang Clees)
Viel los auf dem Waldbröler Bahnhof nach Einfahrt des Eröffnungszugs. (Foto: Wolfgang Clees)

Auf zehn Kilometern Bahnstrecke säumten Menschen die Wiehltalbahn, in Waldbröl erwarteten viele hundert Gäste den ersten Zug seit sechzehn Jahren: groß war die Begeisterung über die Reaktivierung der zweiten Wiehltalbahn-Hälfte und die Aufnahme des Tourismusverkehrs vom Eisenbahnmuseum Dieringhausen nach Waldbröl am vergangenen Sonntag. Erstmals seit mehr als fünfzig Jahren kam die Dampflok „Waldbröl“ des Eisenbahnmuseums wieder in die namensgebende Stadt. Dies war gleichzeitig die Premiere des „Bergischen Löwen“, der gemeinsamen touristischen Fahrten von Eisenbahnmuseum Dieringhausen und Wiehltalbahn. Etwas getrübt wurde die Freude durch eine Streckensperrung am Nachmittag aufgrund von Böschungsbränden.

In den Bahnhof Waldbröl fuhr der Zug unter musikalischer Begleitung des Symphonischen Blasorchesters der Musikschule Waldbröl und dem Applaus der Bürger ein. Unter den 200 Fahrgästen des Eröffnungszug waren auch ein Vertreter des Verkehrsministeriums und die Bürgermeister der durchfahrenen Kommunen. Der Bürgermeister der Stadt Waldbröl, Peter Koester, freute sich über die Ankunft des Zuges und wandte sich beim Festakt mit Blick auf die gemeinsame Geschichte von Politik und Eisenbahn an die Wiehltalbahner: "Wir sind auf einem guten gemeinsamen Weg!". Oliver Wolff, Abteilungsleiter im Landes-Verkehrsministerium, kündigte den Besuch von Landes-Bau- und Verkehrsminister Lutz Lienenkämper im Eisenbahnmuseum Dieringhausen in der kommenden Woche  an. Gerhard Mansel, Vorsitzender des Förderkreises zur Rettung der Wiehltalbahn, erinnerte daran, dass das Projekt Wiehltalbahn vor sechzehn Jahren in Waldbröl seinen Ausgang genommen hat: "Wir sind  da angekommen, wo wir angefangen haben". Bernd Kronenberg, einer der Initiatoren und heutiger Ehrenvorsitzender des Förderkreises, dankte allen Aktiven der letzten anderthalb Jahrzehnte für ihr Engagement.

Auf dem Bahnhof Waldbröl war am Sonntag Betrieb wie lange nicht mehr. Neben Speis und Trank und einer kleinen Ausstellung im Bahnhofsgebäude wurden Führerstandsmitfahrten auf einer Diesellok der Aggerbahn, einem privaten Eisenbahnunternehmen mit Sitz in Wiehl, angeboten.

Etwas getrübt wurde die Freude durch mehrere Böschungsbrände, die mutmaßlich vom Funkenflug der Dampflok ausgelöst wurden – wie mehrere andere Brände in der Region zeigen, war die noch winterdürre Vegetation beim strahlenden Sonnenschein an diesem Tag leicht entzündbar. Wegen des Feuerwehreinsatzes und der anschließenden Streckenkontrolle musste die Bahnstrecke zwischen Remperg-Mühlenau und Hermesdorf am frühen Nachmittag für zweieinhalb Stunden gesperrt werden. Dadurch fiel eines von vier Zugpaaren aus, das anschließende wurde mit dem Triebwagen statt der Dampflok gefahren. Unmittelbar nach Meldung der Brände stoppte die Betriebsleitung auf dem Bahnhof Waldbröl den Zug bei Hermesdorf. Die Dampflok wurde gemeinsam vom Personal und der Polizei inspiziert: Alle Einrichtungen zur Vermeidung von Funkenflug (Funkenfänger, Nässeinrichtungen zum Löschen eventueller Funken) haben tadellos funktioniert. Bei der am Premierentag gültigen Waldbrandstufe 2 gibt es keine Einschränkungen für den Betrieb rostgefeuerter Dampfloks.

Bis zur Freigabe der Strecke durch die Feuerwehr richteten die Eisenbahner einen Pendelverkehr mit dem Triebwagen zwischen Waldbröl und Hermesdorf ein, auch, um den zahlreichen Interessenten die Möglichkeit zu geben, zumindest einen Teil der „neuen“ Strecke zu erkunden. Für die Fahrgäste des ausgefallenen Zugpaares bestellten sie Ersatzbusse.

"Dass die Dampflok nicht so fahren konnte, wie wir es versprochen hatten, tut uns sehr leid – besonders für die vielen Kinder, die mit glänzenden Augen vor der Lok standen", so Ulrich Clees, Pressesprecher des Projekts "Bergischer Löwe". Den Fahrgästen, die mit dem Bus heimfahren mussten, bieten die Veranstalter an, gegen Vorlage der Fahrkarte an einem der nächsten Betriebstage mit dem "Bergischen Löwen" zu fahren.

Der nächste Betriebstag des "Bergischen Löwen" mit Dampflok- und Triebwagenbetrieb ist der 9. Mai. Zu Pfingsten lädt das Eisenbahnmuseum Dieringhausen zum Frühlingsfest ein, am 30. Mai findet parallel zum Stadtfest am Waldbröler Bahnhof das Brecher- und Transportfest statt.

Informationen: Infotelefon 02262 / 9999234, www.loewendampf.de