Gesamtschule und Musikschule spielen komische Oper „Die vornehmen Dilettanten“ in einem Akt

Gesamtschule und Musikschule spielen komische Oper „Die vornehmen Dilettanten“ in einem Akt

Unter dem Titel „Die Opernprobe“ oder „Die vornehmen Dilettanten“ führt die Gesamtschule Waldbröl in Zusammenarbeit mit der Musikschule Waldbröl eine Komische Oper in einem Akt von Albert Lortzing auf.  Projekt unter Leitung des IST (Irmelin Sloman Musiktheater) wird gefördert vom NRW-Landesprogramm „Kultur und Schule“.

Es finden zwei Aufführungen in der Aula des Waldbröler Schulzentrums statt:

Donnerstag, 10. Juni, 19.00 Uhr, für die Familien und Freunde der Mitwirkenden, Lehrerinnen und Lehrer der Gesamtschule, deutsch-französische Austauschgruppe,  Waldbröler Öffentlichkeit

Freitag, 11. Juni, 10.30 Uhr, für die Jahrgänge 5 und 6 der Gesamtschule; eine Grundschulklasse (GGS Isengarten)

Eintritt: 3,- € Erwachsene; 1,- € Schüler

Zum Inhalt

 Der musikbesessene Graf nötigt alle Bediensteten am Hofe, ein Instrument zu spielen. Sogar alltägliche Sätze dürfen nicht einfach gesprochen, nein, sie müssen im Rezitativ-Stil gesungen werden. Das Bediensteten-Orchester probt gerade unter der Leitung von „Herrn Kapellmeister Hannchen“ eine Oper. Der Sänger der männlichen Hauptrolle ist leider indisponiert; er hat sich beim Heumachen erkältet. Da trifft es sich gut, dass gerade zwei fahrende Sänger vorbeikommen und ihre Dienste anbieten.

Bei diesen beiden handelt es sich allerdings um den jungen Baron von Reinthal, der mit seinem Diener vom Schlosse seines Onkels, des alten Barons, geflohen ist, um einer Standesheirat zu entgehen. Auf dem Schloss des Grafen nun verliebt sich der inkognito agierende und singende junge Baron prompt in die schöne Tochter des Hauses, Comtesse Louise, während sein Diener Johann Gefallen an Hannchen findet. Noch ahnen sie nicht, dass die Comtesse genau die Frau ist, die ohnehin für den jungen Baron vorgesehen war. Als der alte Baron nun auf der Suche nach seinem Neffen in die Opernprobe platzt, wird die Situation für die beiden fahrenden Gesellen schwierig...

Die gesellschaftlichen Zustände des ausgehenden 18. Jahrhunderts, die Lortzing in seiner komischen Oper karikiert, waren noch stark durch die feudale Ordnung des vormodernen Europas bestimmt. Adelige waren von Geburt an Privilegierte. Sie selbst und auch ihre Untertanen empfanden diese Stellung als gottgegeben.

In einer Zeit, in der kulturelle Vergnügungen auch am Hofe meist von Laien mehr oder weniger amateurhaft bestritten wurden, trieb der Dilettantismus auch (und gerade) in der Musik seltsame Blüten. Mit feinem Humor nimmt Lortzing auch dieses Phänomen auf die Schippe.

Das Werk wurde nach der Uraufführung im Oktober 1851 zu einer der beliebtesten deutschen Spielopern. Der gesundheitlich schwer angegriffene und hoch verschuldete Komponist sollte den Erfolg nicht mehr erleben. Er starb in der Nacht nach der Uraufführung.

Zu der Projektarbeit

Opernmusik im klassischen Sinne ist für Kinder heutzutage so unendlich weit von den eigenen Hörgewohnheiten entfernt und meist derart negativ besetzt, dass die intensive Auseinandersetzung mit einem Opernstoff zunächst einmal  Wagnis und Herausforderung bedeutet.

Durch eigenes Tun, durch den besonderen Reiz des Auf-Der-Bühne-Stehens und Selber-Teil- Des-Opernbetriebes-Seins, lassen wir uns auf dieses Abenteuer ein.

Die Instrumental-, Vokal- und Tanzgruppen haben erst nach einer längeren Phase der Stimmbildung, Bewegungsübungen etc. die konkrete Arbeit an der „Opernprobe“ begonnen. Dabei ist die Arbeit mit den Profis von außerhalb der Schule ein enormer Ansporn, die teils schwierigen Passagen zu üben. Aber auch die Proben auf der Bühne im großen Saal, das Schlüpfen in andere Kostüme und Rollen, die Verantwortung, Teil einer großen Aufführung zu werden, animieren immer wieder zu erstaunlichen Leistungen.

Um mehreren Schülergruppen die Teilhabe an diesem Projekt zu ermöglichen, wurde die Opernvorlage kurzerhand um eine höfische Festmusik (Bläserklasse) mit entsprechender Tanzdarbietung (D&G-Kurs) erweitert. So erhalten der musikbegeisterte Graf und seine Gattin den feierlichen Rahmen für ihren Einzug ins Schloss.

Auch die Mitwirkung von Eltern und Verwandten der Schülerinnen und Schüler nicht nur als Zuschauer, sondern auch als Schneiderinnen von Kostümen, Requisitenbeschaffer und Maskenbildner gibt dem „Gesamtkunstwerk“ Oper einen ganz besonderen Stellenwert.