Studienfahrt nach Chile: Nordsüd-Projekt der Gesamtschule Waldbröl

Die Schülergruppe der Gesamtschule Waldbröl am Pazifik-Strand in Chile, in den Sand geschrieben steht CHILE 2010
Die Schülergruppe der Gesamtschule Waldbröl am Pazifik-Strand in Chile

Die 20 Waldbröler Gesamtschüler sind von ihrer vierwöchigen Exkursion nach Chile zurückgekehrt. Sie sind wieder da. Alle unversehrt und voller Erlebnisse von denen sie berichten möchten. Viel haben sie gelernt, aber auch die chilenischen Schüler über Deutschland, unser Schulsystem und insbesondere über die Stadt Waldbröl informiert – ein täglicher Austausch unter jungen Erwachsenen.

Nach insgesamt 26 Stunden Reise war das erste Ziel, die Küstenstadt Valparaíso, erreicht. Die Schüler erkundeten die Stadt, besuchten das Haus des chilenischen Nobelpreisträgers Pablo Neruda und bereiteten sich auf ihren Aufenthalt in Puerto Varas bei ihren Gastfamilien vor. Besonders beeindruckend in Valparaiso war der Friedhof, der den Namen „Stadt der Toten“ trägt. „Es ist faszinierend wie man hier mit dem Tod umgeht. Wo eigentlich Trauer herrschen sollte, ist alles so wunderschön bunt und fröhlich dekoriert. Paradox.“ findet Jasmin Bäumer. 

Nach der Ankunft in Puerto Varas wurde die deutsche Truppe herzlich von der Schule, dem Colegio Aleman, begrüßt. Sie verschoben sogar die Feier des 3.Oktobers um einen Tag, damit die deutschen Schüler daran teilhaben konnten. Erstaunlich, dass über 12.000 Km entfernt  die Wiedervereinigung unseres Landes gefeiert wird. Doch dann kamen ganz andere Aufgaben auf die Gesamtschüler zu: In kleinen Gruppen hospitierten sie in der Oberstufe, unterstützten die Erzieherinnen im Kindergarten oder halfen den jüngeren Schülern im Deutschunterricht. Die Gruppen wechselten sich ab, sodass jeder in jedem Bereich tätig war. So die Gestaltung des Vormittags. Danach ging es an vielen Tagen in ein Kinderpflegeheim oder in das S.O.S Kinderdorf. Mit dem Kinderpflegeheim „San Arnoldo“ soll der Kontakt erhalten bleiben und gelegentlich Pakete mit Spielzeug, Essen etc. zugeschickt werden. Dort sind Kinder von null bis  16  Jahren untergebracht, die aus zerrütteten Familien stammen. Die Eltern können sich aufgrund von Alkohol- oder Drogenproblemen, Frühschwangerschaft oder fehlenden finanziellen Mitteln nicht um ihre Kinder kümmern. Somit ist aus dem geplanten Projekt noch ein weiteres hervorgegangen.

Am zweiten Wochenende fand ein weiterer Schwerpunkt der Reise statt. Das Projekt „Un techo para Chile“ bei dem alle deutschen sowie weitere chilenische Schüler Häuser für Obdachlose bauten, die seit dem Erdbeben im Februar keine richtige Unterkunft mehr besitzen. Die Gesamtschüler stellten sich für drei Tage tatkräftige Unterstützung zur Verfügung und beschäftigten sich darüber hinaus auch mit den jungen Bewohnern des Campamentos.

Das Ziel der Schulpartnerschaft wird wahrscheinlich auch bald erreicht sein. Bis dahin stehen aber noch einige Versammlungen und Abstimmungen an.

Fest steht aber, dass schon diesen Dezember ca. 5 Chilenen nach Deutschland kommen werden und nächstes Jahr im Sommer eine größere Gruppe folgen wird. Alles in einem eine sehr gute Bilanz. Es war eine erfolgreiche Reise, in der Jeder seine eigenen unbezahlbaren Erfahrungen gemacht hat. Freundschaften haben sich entwickelt, die Sprachkompetenz wurde erweitert und es wurden zu viele interkulturelle Einblicke gewonnen um sie hier aufzuführen. Bis auf anfängliche Verständigungsprobleme fanden sich alle gut in ihren Familien zurecht, so dass letztendlich auch der Abschied sehr schwer viel. Der Kontakt zu den Familien wird über das Internet aufrecht erhalten und einige Familien bieten den Schülern sogar an ein weiteres Mal bei ihnen unterzukommen.

Wer also mehr über das Land, die Reise und die gesammelten Eindrücke erfahren möchte ist herzlich zum Tag der offenen Tür der Gesamtschule Waldbröl am 20.11.2010 (10-14 Uhr) eingeladen.