Das Europäische Institut für Angewandten Buddhismus (EIAB) erweitert sein Gebäude im Waldbröler Königsbornpark um einen Anbau mit zwei neuen Meditationshallen. Auf Einladung des Instituts besuchte Waldbröls Bürgermeisterin Larissa Weber die Mönche und Nonnen des EIAB und ließ sich den aktuellen Stand der Bauarbeiten, sowie die Planungen für die neue Halle vorstellen.
Bereits 2008 wurde von Zen-Meister Thich Nhat Hanh (Thây) bei dem Erwerb des Gebäudes von der Bundeswehr der Plan gefasst eine Meditationshalle zu bauen, da die Aufgabe eine Zen-Meister nun einmal darin besteht Meditation zu lehren. Mit teilweise mehr als 1200 Teilnehmern bei den angebotenen Retreat-Maßnahmen war die Kapazität des Bestandsgebäudes bereits damals überfordert.
Nach 17 Jahren Planungszeit mit zahlreichen denkmalschutzrechtlichen, generellen baurechtlichen Schwierigkeiten sowie der Coronakrise, dem noch bestehenden Ukraine-Krieg und zuletzt dem Tod den Zen-Meisters Thây konnte der Bau im Jahr 2025 endlich begonnen werden.
Zu Ehren des früheren Zen-Meisters soll die Halle auch zukünftig seinen Namen tragen: „Zen-Meister Thich Nhat Hanh Große Halle des Friedens“.
Die künftige Halle ist dabei nicht nur als zweistöckiges Gebäude geplant, sondern auch als physische Verkörperung dreier großer Mahayana-Sutras, die Thâys Lehren zugrunde liegen: das Diamant-, das Lotus- und das Avatamsaka-Sutra („Blumenschmuck“).
Das Diamant-Sutra spiegelt sich hierbei im Namen des gesamten Gebäudes wider: Große Halle des Friedens. Dieser steht für Thâys „diamantenen Geist“, der mit mitfühlenden Herzen gelobte, Frieden in sich selbst und in der Welt zu kultivieren. Thâys beharrliches Engagement waren dabei bis zuletzt so fest wie ein Diamant.
Auf der ersten Ebene der neuen Halle wird sich die Saddharma Pundarika (Lotusblume) Dharma-Halle befinden. Die Botschaft des Lotus-Sutra ist, dass jedes Wesen das Potential hat ein Buddha zu sein.
Auf der zweiten Ebene der neuen Halle, somit auch dem obersten Stockwerk, wird sich die Avatamsaka (Blumenschmuck)-Buddha-Halle befinden. Das Avatamsaka-Sutra offenbart das volle Ausmaß der ultimativen Dimension und des Buddha-Bereichs, eine Realität jenseits der Sprache, aber eine Schwingung, die wir mit unserem Herzen fühlen können.
Beide Hallen werden über einen ununterbrochenen Raum von mehr als 900 Quadradmetern verfügen, welcher aufgrund der raumhohen Fenster in alle Richtungen unendlich wirken soll. Eine solch große Fläche ohne jegliche Stützen zu verwirklichen, ist aus technischer Sicht ein sehr ehrgeiziges Unterfangen. Hierfür musste auch der beauftragte Architekt Frank Jungjohann-Feltens zahlreiche Gespräche mit Fachingenieuren führen.
Der Zugang zur Halle soll über das Foyer des Instituts sowie über den Alten Krankenhausweg auf der Rückseite des Gebäudes erfolgen.

