Tradition trifft Zukunft – 175 Jahre Vieh- und Krammarkt Waldbröl

Tradition trifft Zukunft – 175 Jahre Vieh- und Krammarkt Waldbröl

Tradition trifft Zukunft – 175 Jahre Vieh- und Krammarkt Waldbröl

Am 10. September feierte der Waldbröler Vieh- und Krammarkt sein 175-jähriges Jubiläum.

Jeden zweiten Donnerstag lockt dieser seit jeher mehrere tausend Besucher in unsere Marktstadt. Dieser Markt war allerdings etwas Besonderes: Nicht nur wurde das Marktjubiläum im Rahmen eines kleinen Festaktes gefeiert, sondern es wurde auch Andrea Erbrecht-Winkels als neue Marktmeisterin vorgestellt. Sie wird ab dem kommenden Jahr die Nachfolge von Günter Härting antreten. Zudem konnte auch mit dem Spatenstich für die neue Markthalle ein Zeichen des Aufbruchs gesetzt werden.

Zum Festakt waren neben den Besucherinnen und Besuchern des Marktes auch die Vertreter der Waldbröler Stadtpolitik und der Parteien zu Gast. Martin Finke, Geschäftsführer der Wir für Waldbröl GmbH, welche den Markt seit 2007 veranstaltet, eröffnete den Festakt pünktlich um neun Uhr: „Der Vieh- und Krammarkt gehört zu Waldbröls DNA und prägt die Stadt bis heute.“ Anschließend blickte er auf die Geschichte des Marktes zurück, welche bereits im Jahr 1851 zunächst als reiner Viehmarkt begann. Der Markttag wurde dabei extra auf einen Donnerstag gelegt, da zur damaligen Zeit der Großteil der Viehhändler der jüdischen Religion angehörte und daher zum Schabbat-Beginn am Freitag wieder zu Hause sein wollte. Bereits 1860 kam dann der Krammarkt dazu.

Im Jahr 1936 erlebte der Vieh- und Krammarkt dann seinen Höhepunkt: Über 16.000 Pferde, Rinder und Schafe sowie zusätzlich noch 8.500 Schweine wurden innerhalb eines Jahres auf dem Markt verkauft. 2007 wechselte der Vieh- und Krammarkt dann seinen Betreiber, da der Marktstadt das Haushaltssicherungskonzept und somit die Streichung aller freiwilligen Ausgaben drohte. Dies hätte auch das Aus des Marktes bedeutet. Um das Weiterbestehen des Vieh- und Krammarktes zu sichern, wurde dessen Betrieb auf die Wir für Waldbröl GmbH umgelagert.

Heutzutage sieht sich der Markt dabei mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert, führt Finke in seinem kurzen Rückblick aus: „Marktbeschicker finden keine Nachfolger, die Kaufkraft sinkt, die Preise steigen, die Vielzahl an Auflagen und Vorgaben nimmt zu. Hinzu kommen Einschnitte durch die Corona-Pandemie, der Rückgang des Großviehhandels und nicht zuletzt der Brand der alten Markthalle im Jahr 2022. Und trotz all dieser düsteren Prognosen ist der Markt nach wie vor ein fester Anker im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben Waldbröls. Mit mehr als 60 Ständen liegen wir immer noch weit über dem deutschen Durchschnitt für Wochenmärkte, welcher aktuell bei rund 20 Ständen liegt.“

Auch Waldbröls Bürgermeisterin Larissa Weber betonte die Bedeutung des Marktes in ihrer Rede: „Wir feiern ein echtes Stück Waldbröl. Der Markt ist dabei mehr als ein Handelsplatz. Er ist ein sozialer Treffpunkt und eine Anlaufstelle für ein kurzes Pläuschen. Genau das ist für das Stadtleben genauso, wenn nicht sogar noch wichtiger, wie der Tausch von Waren und Tieren gegen Geld. Denn genau diese Begegnungen lassen sich nicht im Internet bestellen.“

Diesen Aussagen konnte Günter Härting nur zustimmen. Er bekleidet seit nun mittlerweile 44 Jahren die Position des Marktmeisters. Nach über 1.100 Märkten hatte er so einige Anekdoten parat. Diese Leistung würdigte auch Bürgermeisterin Weber: „Du bist Teil der Geschichte des Marktes.“ Für seine jahrelange Arbeit bekam er von ihr eine Urkunde sowie die Ehrenmedaille des Marktes überreicht. „Sechs Amtsdirektoren beziehungsweise Bürgermeister habe ich verschlissen. Mir war es dabei immer wichtig, auf einer Stufe mit den Händlern zu stehen.“ Der Begriff des Marktmeisters habe ihm daher nie gefallen.

Auf die Ehrung von Günter Härting folgte die Bekanntgabe seiner Nachfolgerin: Andrea Erbrecht-Winkels wird diese Aufgabe ab dem nächsten Jahr übernehmen. Die 46-jährige Waldbrölerin kennt den Markt bereits seit ihrer Kindheit: „Als kleines Mädchen bin ich aus der Grundschule Wiedenhof immer über den Markt nach Hause gelaufen. Ich kann mich sogar noch an die Pferde auf dem Markt erinnern.“ Als neues Teammitglied der Wir für Waldbröl GmbH war sie in letzter Zeit immer wieder am Marktgeschehen beteiligt und übernahm sogar eine Krankheitsvertretung. Auch diese Bewährungsprobe meisterte sie, weshalb Geschäftsführer Finke schnell klar wurde, dass sie eine geeignete Nachfolgerin für Günter Härting abgeben würde.

Im Anschluss wurden durch Bürgermeisterin Weber sowie Marktmeister Günter Härting und Geschäftsführer der Wir für Waldbröl GmbH Martin Finke Markthändler geehrt, die bereits mehr als 30 Jahre einen Stand auf dem Waldbröler Vieh- und Krammarkt betreiben.

 

Ehrung Günter Härting

Ehrung Günter Härting

 

Marktgeschehen

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Veröffentlicht am Mittwoch, 23.09.2026
Kategorien: Markt | Veranstaltungen