Gastbeitrag von Pfarrer Jochen Gran
Man weiß nicht mehr genau, welcher Virus es war, aber er grassierte vor 14 Jahren in unserer Kirchengemeinde und plötzlich saßen ihre Vertreter und Vertreterinnen zwischen zwei Rädern: der Pfarrer, der Kantor,  der Küster, die Frau des Jugendreferenten – und da war dann auch schon die Idee geboren: machen wir mal einen Gottesdienst für Leute, die dieselbe Leidenschaft teilen. Da war der erste Motorradgottesdienst in Waldbröl geboren.
Mittlerweile hat sich vieles geändert: die Modelle der Motorräder, das Aussehen der Biker und Bikerinen (man trägt heute silbergrau metallic unter dem Helm), die Location, der Zeitpunkt, die Gestaltung  usw. – aber eines ist gleich geblieben: es gibt ihn noch: den Waldbröler Motorradgottesdienst. Während an vielen Orten, Versuche einen solchen auf die Beine zu stellen scheiterten oder nach einigen Jahren eingestellt wurden, hat sich der Waldbröler Motorradgottesdienst bis heute gehalten.
Natürlich sind wir weder Hamburg noch der Nürburgring, weder Köln noch München – aber wir sind einer der wenigen, der ältesten und der bestbesuchtesten Motorradgottesdienste in NRW. Und nach dem Besuch etlicher ‚Konkurrenz-veranstaltungen‘ dürfen wir eines sagen: der Waldbröler MOGO hat eine hohe Qualität. Während an vielen Orten ein ziemlich normaler Gottesdienst gehalten wird, besticht der Waldbröler Motorrad-gottesdienst durch das besondere Etwas. Ob Vorführungen oder VIP-Gäste – es gibt immer ein Plus. Gute Musik ist garantiert, auch eine ansprechende Botschaft  – und das gute Wetter. Als es beim 13. Motorradgottesdienst – wie sollte es anders sein – aus Kübeln goss, wurde er kurzerhand in die REWE-Tiefgarage verlegt. Später sagten die wenigen harten Biker, die trotzdem gekommen waren: dieser underground-Charme machte ihn zu einem der besten. Die Versorgung, der Korso, die Ausfahrten usw. – es passt alles.
Warum wir nicht wachsen, werde ich oft gefragt. Meine Antwort lautet: das Durchschnittsalter von Motorradfahrern in Deutschland liegt bei über 40 Jahren. Es sind meist Schön-Wetter-Fahrer, die ihr Hobby in der Freizeit betreiben. Für viele ist es zu früh, am Sonntagsmorgen um 10:30 in Waldbröl zu sein. Warum verschieben wir den Termin nicht? Erstens, weil wir Gottesdienst feiern und zweitens sind die bis zu 300 Motorräder und bis zu 600 Gäste das Maximale, das wir bewältigen können.

Am 1. Juli, um 10:30 Uhr auf dem Marktplatz ist es wieder so weit

In diesem Jahr findet MOGO Waldbröl am 1. Juli statt, um 10:30 Uhr auf dem Marktplatz. Wir wollen zeigen, welches musikalische und motorradfahrerische Potential in unserer Stadt zu finden ist. Das Thema lautet ‚under cover – getarnt‘.