Die Gleichstellungsbeauftragte der Marktstadt Waldbröl, Carmen Muñoz-Berz, informiert:

Die alljährliche Fahnenaktion zum 25. November unter dem Motto „frei leben – ohne Gewalt“ setzt in diesem Jahr mit dem Hashtag #meinherzgehörtmir den Schwerpunkt auf eine besonders massive Form von Gewalt an Mädchen und Frauen: Zwangsverheiratungen und Frühehen.

Laut UNICEF werden auf der ganzen Welt jährlich 12 Millionen Mädchen unter 18 Jahren verheiratet, viele sind noch unter 16 Jahre alt. Frühehen bedeuten das Ende der Kindheit. Die Folgen sind oft verheerend. Obwohl Zwangsverheiratung und Kinderehen in Deutschland strafrechtlich verfolgt werden, geschieht auch hier die Verheiratung oft weiterhin im Rahmen von traditionellen und religiösen Zeremonien. Die Politik ist gefordert hiergegen konsequent vorzugehen.

Jede dritte Frau in Deutschland ist laut Bundesfrauenministerium mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner. Betroffen sind Frauen aller sozialen Schichten.

In Zeiten der Corona-Pandemie, in der soziale Kontakte mehr auf die häusliche Umgebung konzentriert werden, warnen Opferverbände und Wissenschaftler*innen vor einem Anstieg der Fälle häuslicher beziehungsweise familiärer und sexualisierter Gewalt.

„Wichtig ist, dass das Hilfesystem für die von gewaltbetroffenen Frauen und für ihre Kinder grundsätzlich funktionieren muss. Dazu gehört auch eine bundesweit gesicherte ausreichende Finanzierung der Frauenhäuser, damit genügend Plätze zur Verfügung stehen und die notwendige Ausstattung sichergestellt ist, sagt Carmen Muñoz-Berz.“