Als erste Krankenhäuser im Oberbergischen Kreis wurden die beiden
Kreiskrankenhäuser in Gummersbach und Waldbröl von der Aktion „Saubere Hände“ ausgezeichnet. Das Kreiskrankenhaus Waldbröl beteiligt sich seit 2009 an der Aktion. Mit Erfolg: für die guten Ergebnisse wurde das Krankenhaus in diesem Jahr von der Aktion mit dem Zertifikat in Silber ausgezeichnet. Das Kreiskrankenhaus Gummersbach, das sich seit 2010 an der Kampagne beteiligt, wurde mit dem Zertifikat in Bronze ausgezeichnet.
„Wir haben von 2009 bis heute rund 4000mal die Kolleginnen und Kollegen in
Waldbröl bei ihrer Arbeit beobachtet“, berichtet Bernd Höhner, Hygienefachkraft im Kreiskrankenhaus Waldbröl. Er schaut gemeinsam mit seiner Kollegin den Ärzten und Schwestern, Studenten und Schülern genau auf die Finger. „Wir sehen jeden Kollegen mindestens einmal im Jahr, viele auch zweimal im Jahr“, erklärt Höhner. Die Hygienefachleute interessiert der Verbrauch von Händedesinfektionsmittel und die Bereitschaft des Klinikpersonals sich die Hände damit einzureiben. „Auf der Intensivstation erreichen wir die besten Werte“, sagt Höhner. „Dort ist es auch besonders wichtig.“ In 80 Prozent aller erforderlichen Fälle greifen Ärzte und Pflegepersonal dort zum Desinfektionsmittel. Große Sorgfalt stellt Höhner auf den sieben Stationen, die an der Aktion „Saubere Hände“ in Waldbröl teilnehmen, beim Umgang mit infektiösem Material fest. Nach dem Kontakt beispielsweise mit Körperoder
Wundsekreten ist der Spritzer Desinfektionsmittel für Mediziner und Schwestern so alltäglich wie das Zähneputzen. „Vergessen wird die Händedesinfektion hingegen beim Kontakt mit der Umgebung des Patienten“, weiß der Hygienefachmann. „Schnell fasst man mal das Fußende eines Bettes an, und auch dann ist es notwendig, sich die Hände zu desinfizieren.“ Damit solche beiläufigen Berührungen dem medizinischen Personal bewusst werden, trainiert Höhner zweimal jährlich mit den Kollegen während der alltäglichen Arbeit. Eine Schwarzlichtlampe deckt Spuren der Hände überall auf. „Diese Schulungen sind unglaublich effektiv“, hat Höhner in den vergangenen drei Jahren festgestellt. Wie Höhner berichtet, ist es durch die regelmäßigen Beobachtungen und Schulungen gelungen, mit der Hälfte der Stationen im oberen Viertel aller beteiligten Krankenhäuser in Deutschland zu landen. Um das Zertifikat in Gold von der Aktion zu erhalten, muss die Bereitschaft zur Händedesinfektion insgesamt auf den Stationen über 75 Prozent liegen.
„In Gummersbach haben wir im Rahmen der Aktion „Saubere Hände“ in diesem Jahr einen Aktionstag für das Personal veranstaltet“, berichtet Hygienefachfrau Gundula Braun. Neben einem Fachvortrag einer Klinik-Hygienikerin standen Demonstrationen von Händedesinfektion und Hautpflege sowie der Nachweis von Desinfektionslücken mittels UV-Licht-Lampen auf dem Programm. Schulungen und die Erhebung des Verbrauchs von Desinfektionsmitteln zählen in Gummersbach zum Alltag der beiden Hygienefachkräfte Gundula Braun und Martin Schwenck. Die Hände des Personals auf der Intensivstation haben sie schon fest im Blick, Beobachtungen auf weiteren Stationen werden 2012 in die Datenbanken der Aktion „Saubere Hände“ einfließen.
Die "AKTION Saubere Hände" ist eine nationale Kampagne zur Verbesserung der Compliance der Händedesinfektion in deutschen Gesundheitseinrichtungen. Sie wurde am 1. Januar 2008, mit Unterstützung des Bundesministeriums für
Gesundheit, vom Nationalen Referenzzentrum für die Surveillance Nosokomialer
Infektionen (NRZ), dem Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. (APS) sowie der Gesellschaft für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen (GQMG) ins Leben gerufen. Die Kampagne basiert auf der 2005 gestarteten WHO Kampagne "Clean Care is Safer Care".
Die erste Kampagne von 2008 bis 2010 richtete sich in erster Linie an
Krankenhäuser und andere stationäre Einrichtungen. In diesen drei Jahren haben sich bereits über 750 Einrichtungen aktiv an der Kampagne beteiligt.
Weitere Informationen gibt es unter www.aktion-sauberehaende.de im Internet.