Der Glaube an die Baumgeister, in Form von Naturwesen – Luftgeister, Feuergeister, Wassergeister, Zwerge, Kobolde, Elfen, Feen etc. –  und die germanischen bzw. keltischen Gottheiten gehen in etwa die gleiche Zeit zurück.
Bis zur Christianisierung Mittel- und Nordeuropas um das Jahr 1000 nach Christus wurde die enge Verbindung zwischen Natur und Gott bzw. auch Geist in dieser Form auch in unseren Breitengraden noch wahr-genommen. Heute beschäftigt sich kaum noch jemand mit dieser Überzeugung, bestenfalls in Märchen und in der Kinderwelt akzeptiert man diese Theorie.
Inspiriert durch zwei Bücher, die Ilona Weber in den vergangenen Wintermonaten las, setzte sie ihre Ideen künstlerisch um.
Mit den neuen Bildern möchte sie die Leute aufmerksam auf  Bäume machen.
„Ich finde, diese Geschöpfe hätten eigentlich viel zu erzählen, wenn sie sprechen könnten. Sie sind lange nicht so selbstverständlich, dass sie nur aufgrund ihres hohen Alters unbedingt eine besondere Beachtung verdient hätten. Die Thematik Bäume hat mich gefesselt, und sie sind für mich einer eigenen Ausstellung würdig. Bäume haben in allen Kulturen tiefe Symbolkraft. Sie verbinden die Erde mit dem Himmel, Dunkel der Wurzel mit dem Blattwerk im Licht, sie wachsen aus der Tiefe ins hohe Weite-.
Bei meinen aktuellen Arbeiten geht es um Aufnahmen hiesiger Baumriesen, die mit Baumgeistern versehen worden sind. Diese Idee beruft sich auf die Historie. Früher schenkte man ihnen auch hierzulande um ein Vielfaches mehr an Ehre und Bewunderung, in den Naturreligionen dieser Welt ist es manchmal heute immer noch so. Aber auch die alten Kelten wussten um die Heilwirkung und Ausstrahlung verschiedenster Pflanzen. Verschiedene Veranstaltungen wurden unter speziellen Bäumen abgehalten, das Lindengericht und die Tanzlinde unter den -für seine beruhigende Blüten bekannten- Lindenbaum, die Trauerfeiern und Verkündigungen von Gottes Wort unter der Ulme. Die Germanen glaubten der Todesgott Viddharr wohnte im Weidengebüsch, im Mittelalter behauptete man, die Hexen umtanzten die Weide. Unter der Erde des Holunders wohne der Erdgott Puschkaitis, der Herr über viele Waldwesen wie Holzmännlein und Kobolde, auch nennt man ihn den Schutzbaum den grünen Hüter von Haus und Hof, in dessen Blattwerk die Segensbringende Göttin Holle oder Holde wohne. Den Wachholder pflanzte man auf Gräber, weil man hier eine Verbindung zwischen dem Diesseits und Jenseits, der Unterwelt und des Überirdischen vermutete. Der „Wach-Halter“ würde die Seelen aufnehmen und lebendig halten.
Unsere Vorgänger, die alten Germanen und Kelten, haben immer auch an Baumgeister geglaubt, baten sozusagen um Eintritt, sobald sie den Wald betreten wollten.
Viele Menschen haben schon hier über die Eichen, Buchen und Kastanien in unserem alten Fachwerkdor in Wenden-Heid gesprochen und geschrieben. Das Dorf ist gerade aufgrund des Baumbestandes bekannt, das ihnen Respekt gebührt, haben schon andere vor mir erkannt. Die Baumgeister hat vielleicht aber noch niemand gesehen.“

Ilona Weber hat dieses Thema in Acryltechnik in Fotografien von Bäumen und Landschaften eingearbeitet. So werden Moospolster zu kleinen Gnomen, Geäst zu einem Baumgeist oder die Kirschblüte im Frühjahr zu einer Frühjahrsgöttin. Der Betrachter wird eingeladen, sich mit dem Foto zu beschäftigen und entdeckt teilweise erst auf den 2. Blick die versteckten Wesen. Die Fotos entstanden in der Ortschaft Heid bei Olpe und den angrenzenden Wäldern zum oberbergischen und wildenburgischen Land. Die Bilder  tragen Titel wie:  Die Zwerge aus dem „Berschen Siepen“,  Morgane und die Moosleute im „Grosser Wald“, Der Wichtel von Müllers Garten.

„Betrachtet Wald und Baum mit den Augen der Kinder – und ihr werdet beGEISTert sein“ – so wünscht es sich Ilona Weber und jeder, der die Ausstellung besucht wird in manchem Baum zukünftig mehr als Blätter und Äste entdecken.
Eröffnet wurde die Ausstellung am Montag, 14. November 2011 durch den Bürgermeister der Stadt Waldbröl Herrn Peter Koester, den Vorsitzenden des Waldbröler Kulturvereins Herrn Kurt Mai und den Geschäftsführer des Oberbergischen Kunstvereins Herrn Peter Richert.
Untermalt wurde die Vernissage durch wunderschöne einfühlsame Musikbeiträge von Ira Hendricks und ihrer Mutter.
Die Bilder zum Thema "BAUMGEISTER" sind ab dem 14. November 2011 bis zum  Januar 2012 im Rathaus in Waldbröl ausgestellt.  Eine weitere  Ausstellung "DER KAISERIN NEUE KLEIDER" ist derzeit im Café Noir in Heid bei Olpe  zu sehen.