Am vergangenen Mittwoch, dem 3. Oktober 2012, lud die Stadt Waldbröl anlässlich des Tages der Deutschen Einheit zu einem Festakt. Im Festsaal des Kreiskrankenhauses Waldbröl begrüßte Bürgermeister Peter Koester neben zahlreichen Besuchern aus Waldbröl auch Gäste aus den Partnerstädten Jüterbog (Brandenburg), Witham (England), Swiebodzice
(Polen) und aus der befreundeten Stadt Asslar (Hessen). Festlich untermalt durch den hochkarätigen Musiker-Nachwuchs der Musikschule Waldbröl unter Leitung von Ingo Thape sprachen die Bürgermeister der Partnerstädte über die Wiedervereinigung Deutschlands und die große Bedeutung von Städtepartnerschaften innerhalb eines vereinten Europas aus ihrer Sicht.

Pfarrer Jochen Gran sprach für die Ökumene und mahnte, die Deutsche Teilung, Wiedervereinigung und erlangte Freiheit auch bei den jüngeren Generationen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Arne Raue, Bürgermeister der Stadt Jüterbog, freute sich darüber, bei seinem ersten Besuch in Waldbröl mit offenen Armen empfangen worden zu sein. Er lobte die Unterstützung, die seiner Stadt von den westdeutschen Partnerstädten nach der Wende zuteil wurde.
Michael Lager, Bürgermeister der Stadt Witham, hielt seine Ansprache auf Deutsch und verblüffte so diejenigen, die ihn noch nicht kannten.
Er sprach über die Zeit der innerdeutschen Teilung und seine persönliche Erinnerungen an Reisen ins geteilte und ins wiedervereinigte Deutschland.
Die stellvertretende Bürgermeisterin von Swiebodzice betonte, dass der inzwischen mögliche innereuropäische, grenzüberschreitende Dialog eine wichtige Bereicherung sei.
Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Burkard Steppacher hielt einen interessanten Vortrag unter dem Titel "Deutsche Einheit – Europäische Einheit". Er ging dabei insbesondere auf die Geschichte der Deutsch-Polnischen Beziehung ein und erinnerte, dass die heutige Freundschaft der Staaten historisch bedingt alles andere als selbstverständlich sei. Vertreibung, Teilung, kalter Krieg und unterschiedlichste staatliche Systeme machten in der Nachkriegszeit Deutsch-Polnische Beziehungen zunächst unmöglich.
Erst die Wiedervereinigung Deutschlands habe die heute so guten Beziehungen zu Polen und letztendlich auch die Europäische Union in der heutigen Form möglich gemacht.
Zum Abschluss des Festaktes sangen alle Gäste gemeinsam die Europahymne in ihrer jeweiligen Landessprache.