Viele Jahre des Stillstandes trotz ständiger Verhandlungen sind möglicherweise bald vorbei. Wie Bürgermeister Peter Koester in der gestrigen Ratsitzung gemeinsam mit Hans-Joachim Hamerla vom Büro Architektur Stadtplanung Stadtentwicklung, Hamerla | Gruß-Rinck | Wegmann + Partner (ASS) aus Düsseldorf berichten konnte, steht möglicherweise relativ kurzfristig eine Lösung in Sachen Merkurkomplex ins Haus.
„Gemeinsam mit dem Büro ASS und meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben wir in den letzten Monaten einen großen Schritt nach vorne machen können“, freut sich Bürgermeister Koester.
Tatsächlich scheint es möglich zu sein, dass die Stadt im nächsten halben Jahr den Gebäudekomplex kaufen kann, um es dann weiter entwickeln zu können. Der Rat würdigte diese Entwicklung in der gestrigen nichtöffentlichen Sitzung mit Applaus und beschloss einstimmig das vom Bürgermeister und Hans-Joachim Hamerla näher erläuterte Eckpunktepapier zum Ankauf.
Damit kann hoffentlich bald der einstimmige Ratsbeschluss auf Antrag der CDU-Fraktion, der den Ankauf des Gebäudes forderte, umgesetzt werden. Im Rahmen der Erstellung des Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzeptes durch die Stadt Waldbröl und das Büro ASS wurden die Voraussetzungen geschaffen, die jetzt zum Erfolg führen sollen.
Grundsätzlich wurde inzwischen Einigung mit den beiden Eigentümern des Komplexes, der Acrest Property Group und der Hanseatische Betreuungsgesellschaft mbH (HBB) erzielt und dies in einem Eckpunktepapier festgehalten. Danach soll die Stadt Waldbröl den Grundbesitz Kaiserstraße 44 – 46 (Merkurhaus) incl. Grundstück und aufstehender Gebäude von den Teileigentümern HBB und Acrest erwerben.
Die Stadt Waldbröl beabsichtigt, die Immobilie an einen Investor weiter zu veräußern und zwar für ein innerstädtisches Einzelhandelsprojekt mit zentralen Angeboten, ggf. ergänzt um ein Rathaus, entsprechend der Beschlusslage zum Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept. Hierfür wäre dann ein sog. Investorenauswahlverfahren durchzuführen.
Sollte sich trotz massiver Bemühungen kein Investor finden lassen, so könnte das Gebäude in den nächsten Jahren auch mit Hilfe von Fördermitteln abgerissen werden und die Fläche als öffentlicher Platz hergerichtet werden.
„Trotz einiger noch ernst zu nehmender Schwierigkeiten“, so der Bürgermeister „bin ich froh und sehr erleichtert, dass ich Ihnen dieses Ergebnis heute präsentieren kann. Wir haben unzählige Gespräche geführt und wenn sich die derzeit noch bestehenden Hindernisse überwinden lassen, wovon ich überzeugt bin, haben wir es geschafft, dass die Stadt Waldbröl endlich Eigentümer dieser Bauruine wird und sie selbst, mit Hilfe des Rates, bestimmen kann, was in Zukunft hier für Waldbröl und seine Bürgerinnen und Bürger entsteht“.