Dennis Krause, Profisportler beim VfL Gummersbach, kann sich noch gut daran erinnern wie Sebastian Faißt, einer seiner Mitspieler in der Handball-Juniorennationalmannschaft, während eines Spiels bewusstlos zusammengebrochen und kurz darauf gestorben ist. „Wie kann das passieren“, möchte der Handballer von PD Dr. Michael Petzsch, Chefarzt der Kardiologie am Kreiskrankenhaus Waldbröl, wissen. „Wenn ein Herz nicht richtig funktioniert und man dann Sport treibt, kann das gefährliche Folgen haben“, erklärt der Kardiologe. Daher lässt der Profi-Handballer einmal jährlich sein Herz checken. Auch Hobbysportler können ihr Herz mit einem Leistungstest, der so genannten Spiro Ergometrie, auf den Prüfstand stellen und ihren Fitnesszustand bewerten lassen.
„Die meisten Menschen wissen nicht Bescheid darüber, dass ihr Herz nicht gesund ist“, sagt Dr. Michael Zimmermann von der Deutschen Herzstiftung. „Viele ignorieren die Warnzeichen und schieben sie aufs Alter“, weiß Dr. Petzsch. Daher ruft die Deutsche Herzstiftung alljährlich im November bundesweit zur Hochwoche auf. Rund ums Herz geht es auch am Samstag, 10. November, im Kreiskrankenhaus Waldbröl. Die Kardiologie beteiligt sich unter dem Motto „Herz in Gefahr – Koronare Herzkrankheit erkennen und behandeln“ an der Herzwoche. Herzspezialisten informieren von 9.30 bis 13 Uhr über Erkrankungen von Herzkranzgefäßen, wie man sie erkennt und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Der Präventionsgedanke steht auch bei Dennis Krause im Vordergrund. Bevor der Handballer beim Leistungstest auf dem Ergometer in die Pedale tritt, untersucht Dr. Petzsch bei einem Herzultraschall unter anderem die Größe des Herzens und die Funktion der Herzklappen. Nach der anschließenden Spiro Ergometrie bescheinigt Dr. Petzsch dem Profisportler einen top Fitnesszustand. „Die Ergebnisse geben unter anderem Aufschluss darüber, wie stark ein Sportler belastbar ist und wie viel Sauerstoff er aufnehmen kann,“ erklärt Dr. Petzsch. Mit den Werten könne jetzt ein Plan für ein effektives Training erstellt werden.
Beim Herztag richten Dr. Petzsch und sein Team den Focus auf die koronare Herzkrankheit. „Das ist die Erkrankung, bei der es durch die Arteriosklerose – im Volksmund auch Gefäßverkalkung genannt – zu Verengungen und Verschlüssen der Schlagadern kommt, die das Herz mit Blut und allen wichtigen Substanzen wie zum Beispiel Sauerstoff versorgen“, erklärt der Kardiologie. Verengungen von Herzkranzgefäßen können schwerwiegende Folgen haben: Angina pectoris (Brustenge), Herzinfarkt, Herzleistungsschwäche, Herzrhythmus-Störungen, Kammerflimmern.
Raucher sind laut Dr. Petzsch besonders gefährdet, an der koronaren Herzkrankheit zu erkranken. Auch Patienten, die an Bluthochdruck oder der Zuckerkrankheit leiden, zählen zur Risikogruppe. „Die Krankheit weist die unterschiedlichsten Verlaufsformen auf, die Bandbreite reicht von fehlenden Beschwerden bis hin zu schweren Symptomen“, berichtet der Kardiologe aus der Praxis. Über die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten informieren die Waldbröler Kardiologen im Rahmen des 22. Patiententages in Zusammenarbeit mit der Deutschen Herzstiftung. Nach einer kurzen Einführung geben die Herzspezialisten des Kreiskrankenhauses Antworten auf Fragen wie: „Wie wird die Herzkranzgefäßerkrankung festgestellt?“, „Welche Bedrohung von Gesundheit oder Leben geht von der Herzkranzgefäßerkrankung aus?“, „Welche Therapiemaßnahmen stehen zur Verfügung?“
Die Deutsche Herzstiftung ist mit einem Infostand vertreten und die Adler Apotheke Waldbröl bietet kostenfrei Blutdruck- und Blutzuckermessungen, einen Cardiocheck und die Überprüfung der Lungenfunktion an.
Das Programm ist auch im Internet unter www.kkh-waldbroel.de zu finden.