Es waren schöne Zeiten, als die Zigarre des Religionslehrers noch auf der Fensterbank im Klassenzimmer qualmte oder wenn nach einer Ohrfeige des Lehrers sogar die Nase blutete. Es waren trotzdem schöne Zeiten! Wie aus einer anderen Welt klingen die Erinnerungen der Ehemaligen. 
Eine Welt in der die Lehrer eine Ohrfeige durchaus noch als sinnvolle Ergänzung ihrer " pädagogischen Arbeit" eingeplant hatten. Über 20 ehemalige Schülerinnen und Schüler der ersten Abschlussklasse der Realschule standen beim Festakt zum Schuljubiläum überraschend auf der Bühne. Sie waren die ersten von 4044 Schülerinnen und Schülern, die an der Realschule Waldbröl bis heute ihr Abschlusszeugnis erhielten. "Unaufgeregt und pragmatisch", so will die Realschule ihren Bildungsauftrag erfüllen, wie Stefan Schriever, der heutige Schulleiter in seiner Begrüßungsrede erklärt. Der Weg war schwer, von den Anfängen bis heute. Im Jahre 1961 wurde die Realschule mit 46 Schülern in der Eingangsklasse gegründet. Ein eigenes Gebäude gab es noch nicht. Unterrichtet wurde in den Räumen des Gymnasiums.
Erst 1963 rückten die Bagger an und als im Jahre 1965 das Hauptgebäude bezogen wurde, war es auch schon zu klein. Baustellen und Gebäudeerweiterungen begleiteten die Schule noch 30 Jahre lang und erst 1990 war "Schulbetrieb unter einem Dach" möglich. Eine Innenhofüberdachung steht augenblicklich auf der Wunschliste der Schule und Bürgermeister Peter Koester ließ in seinen Grußworten durchklingen, dass dieser Wunsch bald erfüllt werden soll, sozusagen als Geburtstagsgeschenk. Den Weg durch das halbe Jahrhundert prägten bis heute eine Schulleiterin (Daniela Sauer-Horstmann) und fünf Schulleiter (Werner Mansoat, Paul Schmiedel, Klaus Haller, Ernst Herrmann und Stefan Schriever).
Ernst Herrmann, sieht innerhalb des Bildungsauftrags der Schule ein wichtiges Ziel, das man nie aus den Augen verlieren sollte: "Schülern eine selbstbewusste Gestaltung des Lebens zu ermöglichen". Umrahmt wurde der Festakt in der Aula von einem attraktiven Programm mit Tanz- und Musik. Es waren Interpretationen von Franz Schubert und Johann Strauß zu hören aber auch die Musik vom guten alten Elvis scheint nicht nur die inzwischen grau gewordenen Ehemaligen immer noch zu faszinieren. Jailhouse Rock, (ein Elvis Presley Titel aus dem Jahre 1957), gesungen von Stefanie Nowikow aus der 9a, hat wie die Schule auch, den Sprung über die Zeiten souverän geschafft. Bilder zur Veranstaltung und dem daran anschließenden Schulfest gibt es im Internet unter "lokalanzeiger.de".(js)