Nachdem schon das Konzert mit dem tschechoslowakischen Kammerduo Weltklasseformat hatte, trat am Samstag ein hochkarätiger und weltweit bekannter Künstler in der ev. Kirche Waldbröl im Rahmen des Waldbröler Kultur- und Musikfestival mit seinem Trio auf. Gandalf präsentierte anlässlich seines 30-jährigen Bühnenjubiläums einen Querschnitt aus seinem kreativen Schaffen. In einer in ihrer Art unvergleichlichen “Sinfonie des 3.Milleniums” erreicht seine musikalische Arbeit mit der neuen CD „Erdenklang & Sternentanz“ einen neuen Höhepunkt. Das Werk ist eine Verneigung des Künstlers vor der wunderbaren Vielfalt und Schönheit der Schöpfung, vor den Wundern allen Lebens und allen Seins. Für die Chorpassagen verwendete er eine Auswahl von Versen aus der Bhagavat Gita in ihrer Originalsprache, Sanskrit, die als eine der ältesten Sprachen der Menschheit gilt.
Das gesamte Universum ist in letzter Konsequenz Energie, ist Schwingung. Nach Platon und Newton entdeckte der Naturphilosoph, Mathematiker, Astronom und Theologe Johannes Kepler Anfang des 17.Jahrhunderts, dass sich die Grundgesetze der Musik überall im kosmischen Getriebe wieder finden, und umgekehrt, sich der Weltenplan im Wesen der Musik widerspiegelt, er nannte dies die "Weltharmonik". Gandalf fragt also schlussendlich, während er aus seinem gleichnamigen Buch „Erdenklang & Sternentanz“ zitiert, überzeugt danach, ob es irgendwo da draußen noch andere Musiker gibt, wie wohl deren Kompositionen klingen und mit dem ihm eigenen Humor, wer wohl deren CDs kauft.
Wir alle sehnen uns, sagt Gandalf selbst zu seiner CD „Sanctuary“, nach irgendeinem geschützten Bereich in unserem Leben, einem Ort um uns vom Lärm und der Verrücktheit dieser Welt zurückziehen zu können, eine Zuflucht um Balance und Frieden zu finden. Manche finden es in der Stille des Waldes, in der Abgeschiedenheit der Berge oder dem Rauschen der Wellen am Meeresstrand. Manche finden es an heiligen Orten, durch Gebet oder das Praktizieren von Meditation.
In seinen kurzen Lesungen zwischen den Musikstücken zitiert der Künstler aus seinem Buch. Mein ganzes Leben hindurch war für mich, sagt der Künstler, neben einer starken Verbundenheit zur Natur, das Spielen oder Hören wirklicher Musik eine niemals versiegende Quelle der Freude und Inspiration, wie auch ein Weg um Trost und Frieden zu finden wenn ich Sorgen oder Probleme hatte, gleich dem Durchschreiten eines Tores zu einem verborgenen Heiligtum.
Bei seinem Konzert zum 30-jährigen Bühnenjubiläum präsentiert Gandalf Ausschnitte sowohl aus seiner neuen CD, als auch Stücke aus den vielen über eine Million mal weltweit verkauften CDs, die er in seinem Leben bisher produziert hat.
Wenn auch das neue Album mit orchestraler Besetzung produziert wurde, gelang es ihm die Atmosphäre seiner Musik und seines Schaffens mit seinem erstklassigen Trio nach Waldbröl zu transportieren. Merike Hilmar mit ihrem wunderbar einfühlsamen Cellospiel und Gandalfs Sohn Christian Strobl mit seinem fein auf die Musik abgestimmten Spiel verschiedenster Percussion- Instrumente. Das Trio ist musikalisch wie menschlich ein auffällig kommunikatives und gut eingespieltes Team. Die liebevolle humorvolle und herzliche Umgangsform untereinander bestärkt die malerisch anmutende Musik, die die Zuhörer direkt auf der Gefühlsebene erreichte. Alle drei Musiker gaben sich der Musik sichtbar fühlend hin. Dieses Gefühl sprang auch auf die Zuhörer über.
Gandalf ist ein Mann mit sanfter Stimme und leuchtenden Augen. Gandalf ist einer der erfolgreichsten Musiker Österreichs Komponist und Interpret, ein sensibler Maler musikalischer Landschaften, dessen Musik von der Schönheit der Natur wie auch von der Kunst und Mythologie unterschiedlicher Kulturen inspiriert ist. Er verbindet eine Vielzahl akustischer Instrumente mit sphärischen Keyboardklängen, verwebt folkloristische Melodiebögen mit kraftvollen orchestralen Arrangements: Seine Musik legt Klangteppiche, auf denen die Seele barfuß geht. Abseits des Mainstream-Pop und ohne Rücksicht auf Markttrends veröffentlichte er seit 1981 dreißig Alben und verkaufte mehr als eine Million Tonträger in Europa und den USA ebenso wie in Korea, Japan, Indonesien und China. Seine Tourneen führten in zahlreiche europäische Länder, nach Brasilien und in die USA, seine Musik läuft weltweit im Radio.
Autor: Norbert Sell / Bilder: Norbert Sell
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