Die Möglichkeit, Teile des Darms ohne Bauchschnitt entfernen zu lassen, löste am Samstag Staunen aus unter den Besuchern der Informationsveranstaltung „Wenn der Darm Ärger macht“. Der Verein Morbus Crohn Colitis Ulcerosa Oberberg hatte am Vormittag ins Kreiskrankenhaus Waldbröl eingeladen, um gemeinsam mit Medizinern und Therapeuten der beiden Kreiskrankenhäuser Waldbröl und Gummersbach über neue Entwicklungen in der Behandlung des Verdauungstraktes zu informieren.

Dr. Dirk Schmischke, Oberarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie stellte dem Publikum anhand eines Films aus dem OP im Kreiskrankenhaus Gummersbach die von Chefarzt Prof. Dr. Stefan Saad entwickelte und etablierte Operationsmethode vor. Bei dieser schonenden Operationsmethode, bei der Teile des Darms aufgrund einer Entzündung oder einer Tumorerkrankung entfernt werden, muss nicht mehr die Bauchdecke geöffnet werden. Das eigens von Prof. Dr. Saad dafür entwickelte Instrument hat der Hersteller vor etwa einem Jahr erfolgreich in den USA patentieren lassen.

Neuigkeiten präsentierte auch der Chefarzt der allgemeinen Inneren Medizin, Gastroenterologie am Kreiskrankenhaus Waldbröl, Dr. Hartmut Kristahl. Er stellte die neuen Leitlinien aus 2014 zum Thema chronisch entzündliche Darmerkrankungen vor, die Medikamentengaben und Forschungsergebnisse beinhalten. Dr. Kristahl erläuterte zudem die Abläufe von Darm- und Magenspiegelungen, die er sowohl bei stationären als auch ambulante Patienten durchführt.

Mit einem spannenden und amüsanten Vortrag unter dem Titel „Eigensinn macht Spaß“ sorgte der Psychologe Klaus Böhmer für Information und Unterhaltung. Der Psychologe, der an der psychiatrischen Tagesklinik am Kreiskrankenhaus Waldbröl tätig ist, bot hilfreiche Tipps im Umgang mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, die auch die Psyche von Betroffenen belastet. Sein Rat war zum Beispiel im Umgang mit diversen Situationen wie dem Toilettensyndrom gefragt.