Die Entwicklung und der verwahrloste Zustand des ehemaligen Campingplatzes an der Klus ist alles andere als erfreulich. Sowohl die Stadt Waldbröl als auch der Oberbergische Kreis verfolgen bereits seit 2010 mit intensiven Bemühungen das Ziel, eine positive Entwicklung des Geländes im Sinne der Stadtentwicklung zu erreichen. Zu den Hintergründen aber der Reihe nach:
Die Stadt Waldbröl ist gemeinsam mit einer weiteren Privatperson Eigentümer der Flächen des Camping-Parks Waldbröl-Bröl. Der Campingplatzbetreiber Isenberg nutzte diese Grundstücke in Waldbröl-Bröl aufgrund eines im Jahr 1975 eingeräumten Erbbaurechts wie Eigentum. Die Stadt versprach sich vor nunmehr fast 4 Jahrzehnten durch den Betrieb eines Campingplatzes „An der Klus“ eine Erhöhung ihrer Attraktivität für ihre eigenen Bürger sowie für Erholungssuchende aus benachbarten Regionen (z.B. dem Ruhrgebiet).
Der Campingplatzbetrieb ist jedoch von Herrn Isenberg inzwischen eingestellt worden. Der mit der Einräumung des Erbbaurechts aus Sicht der Stadt verfolgte Zweck wird seit mehr als einem Jahr nicht mehr realisiert. Stattdessen häufen sich Müll- und Abfallberge auf dem Grundstück und es verfallen die aufstehenden Gebäude. Insgesamt weist das Grundstück einen aus Sicht der Stadt völlig verwahrlosten, unzumutbaren Zustand auf. Verständlicherweise haben sich auch schon viele Anlieger und Bürger der Stadt Waldbröl über diesen Zustand des Grundstücks beschwert.
Da der Pachtvertrag jedoch noch gilt, ist das Betreten des Geländes und ein Eingreifen nur mit der Zustimmung des Pächters legal. Zudem ist nicht die Stadt Waldbröl, sondern der Oberbergische Kreis die für die Bewältigung der Abfallproblematik zuständige Behörde. Der Kreis hat bereits im letzten Jahr unter Androhung konkreter rechtlicher Konsequenzen von Herrn Isenberg eine Abfallbeseitigung verlangt.
Die Stadt hat gegenüber dem Inhaber des Erbbaurechts lediglich die Möglichkeit, auf zivilrechtlichem Wege vorzugehen. Erst die mehr als zwei Jahre andauernden Versäumnisse des Pächters, sowohl was die Zahlung des Erbpachtzinses als auch die Instandhaltung des Geländes betrifft, ermöglichten es der Stadt nun, eine Rückübertragung des Geländes mit Erfolgschancen juristisch geltend zu machen.
Eine ihm gesetzte Frist zur Rückübertragung des Rechts hat der Pächter vertreichen lassen, so dass die Stadt inwischen Klage gegenüber Herrn Isenberg eingereicht hat. Die Forderungen beinhalten die Rückübertragung des Erbbaurechts, Herausgabe der Grundstücke und die Zahlung rückständigen Erbbauzinses.
Unabhängig von den privat- und öffentlich-rechtlichen Vorgehen der Stadt Waldbröl und des Oberbergischen Kreises hat sich eine Interessengemeinschaft zusammengefunden, die den Zustand auf dem ehemaligen Campingplatz nicht länger hinnehmen möchte. Die Stadt Waldbröl begrüßt dieses private Engagement ausdrücklich.
Der Betreiber hat einem Aufräumen des Platzes inzwischen zugestimmt. Nach heutigem Kenntnisstand ist es daher möglich, voraussichtlich am Samstag, dem 12.05.2012, eine große Aufräumaktion unter Beteiligung der Stadt Waldbröl, des THW und vielen Freiwilligen zu starten. Wir halten Sie über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.