15000 Menschen aus 155 Kommunen in NRW besitzen bereits eine Ehrenamtskarte. Im Oberbergischen ist diese Vergünstigung für Ehrenamtler noch weitgehend unbekannt. Die Nümbrechter waren die ersten im Kreis, die sich dem Gemeinschaftsprojekt zwischen Land und Kommunen anschlossen und die Ehrenamtskarte einführten. 
Als zweiter im Bunde unterzeichnete nun auch der Waldbröler Bürgermeister Peter Koester eine entsprechende Vereinbarung mit dem Land. „Der Oberbergische Kreis ist noch ein weißer Fleck, was die Verbreitung der Ehrenamtskarte betrifft“, stellt Catrin Boss fest. Sie ist Referentin des Familienministeriums in Düsseldorf und war eigens zur Vertragsunterzeichnung in das Waldbröler Rathaus gekommen. 2008 wurde die Ehrenamtskarte eingeführt und wird an Personen ausgegeben, die mindestens fünf Stunden wöchentlich oder 250 Stunden im Jahr ehrenamtlich tätig sind. Kornelia Wagener, Leiterin des Amtes für Soziale Dienste in Waldbröl, hat 150 Bürgerinnen und Bürger angeschrieben, die diese Voraussetzungen seit mindestens zwei Jahren erfüllen. 
Auf Antrag des Kandidaten wird die Karte dann für zwei Jahre ab Juli 2012 dem Ehrenamtler ausgehändigt. Neben dem Wappen der Stadt ist auch der Name des Inhabers aufgedruckt. In NRW gibt es bisher 2200 Vergünstigungen, die der Kartenbesitzer in Anspruch nehmen kann. Einzusehen ist die Liste der Vergünstigungen im Internet unter „ehrensache nrw.de“. „Wir unterstützen das Ehrenamt“, dieser Aufkleber weist auf eine Partnereinrichtung hin. In Waldbröl werden noch Kooperation-Partner gesucht, die bereit sind den Ehrenamtlern eine Vergünstigung zu gewähren. Den Anfang macht der Waldbröler Kulturtreff (WKT) mit dem WKTheater. „Mit ermäßigten Eintritt können die Ehrenamtler unsere Theater-Veranstaltung besuchen“, verspricht Thorsten Kuchinke im Rahmen der Vertragsunterzeichnung. Helmut Rafalski verbürgt sich für den Waldbröler Karnevalsverein (WKG): „Die Ehrenamtskartenbesitzer werden bei uns nur den halben Eintrittspreis für die Prunksitzung zahlen“. 
Dass die Kartenbesitzer keine Schnäppchenjäger sind, möchte Catrin Boss klarstellen. Für besonders engagierte Menschen werden lediglich besondere Angebote geschaffen, die der Wertschätzung ihres Einsatzes für die Allgemeinheit entsprechen sollen. Dass es viele, viele Ehrenamtler in der Stadt gibt, die nicht die Stundenzahl zum Erwerb der Karte erreichen, doch ebenfalls einen großen Dank verdienen, dies zu betonen ist Peter Koesters Anliegen. “Wir sind kleine Weltmeister im Ehrenamt!“ sagt Koester nicht ohne Stolz auf das Engagement so vieler Bürger, ob mit oder ohne Ehrenamtskarte.